· 

Erneuter Einbruch oder Allzeithoch? Wie geht es weiter an der Börse?

Die Antwort ist einfach: Ich weiß es nicht. Eine der wichtigsten Eigenschaften an der Börse ist Demut. Ich weiß, dass ich nichts weiß. Der Großteil der Menschen denkt immer Recht zu haben mit dem was sie sagen. Stoßen sie auf Kritik, verteidigen sie ihre Ansicht nur noch viel stärker, anstatt darüber nachzudenken, ob sie nicht vielleicht falsch liegen. An der Börse gibt es die Bullen, die Optimisten die von neuen all time highs der Indizes ausgehen. Daneben gibt es die Bären, die eher pessimistisch eingestellt sind und regelmäßig von einem bevorstehenden Crash ausgehen. Natürlich gibt es für beide Ansichten gute Argumente.

Für die Bären und sinkende Kurse an der Börse streitet die Gefahr einer zweiten Welle des Coronavirus. Ein erneuter Lookdown würde die bereits stark angeschlagene Wirtschaft in die Knie zwingen. Zudem hat die Wirtschaft noch stark mit den Folgen des ersten Lockdowns zu kämpfen. Viele Unternehmen haben Insolvenz anmelden müssen bzw. können diese noch verschieben, da seit dem 1. März die Insolvenzantragspflicht ausgesetzt ist. So konnten sich Beispielswiese die Modekette Esprit und die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof vorerst in ein Schutzschirmverfahren flüchten. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Des Weiteren ist das Konsumverhalten der Menschen bei weitem nicht auf dem Level vor der Krise. Viele Menschen haben gesehen, wie schnell sich finanzielle Schwierigkeiten ergeben können, wenn man auf Kurzarbeit angewiesen ist oder seinen Job gar verliert. Folglich überlegen sich die Menschen zweimal, ob sie ihr Geld weiter so schnell ausgeben wie es reinkommt. Bis das Konsumverhalten wieder den alten Stand erreicht wird es wohl noch dauern.

 

 

Trotz dieser vielen negativen Aspekte haben Indizes wie der S&P 500, der Dow Jones oder der DAX fast ihr Vorkrisenniveau erreicht. Wie kann das sein? Woran mag es liegen? Zum einen liegt es an der riesigen Geldmenge, die die Federal Reserve und die EZB in die Märkte gespült haben. Es sind mittlerweile mehrere Billionen Euro. Das ist eine Zahl mit zwölf Nullen. Die Zentralbanken kaufen Staatsanleihen, Unternehmensanleihen und ETF und stabilisieren damit die Aktienkurse. Wer weiß, ob die Kurse überhaupt noch einmal stärker fallen werden, wenn die Zentralbanken immer wieder Geld in die Märkte pumpen. Daneben steigen insbesondere die Aktien der Unternehmen, die als Gewinner der Krise angesehen werden. Dies sind insbesondere die amerikanischen Technologieunternehmen wie Apple, Amazon, Netflix und Microsoft. Während andere Unternehmen um ihr Überleben kämpften, stellte Amazon in den USA 100.000 neue Mitarbeiter ein. Als die Läden geschlossen waren bestellten die Menschen online. Und wie sieht es jetzt aus, nachdem der Handel wieder geöffnet hat? Die Einkaufsstraßen sind nicht annähernd so voll wie vor der Krise, die Läden sind leer. Wer geht schon gerne shoppen mit aufgesetzter Maske und Warteschlangen inklusive Abstandsmarkierungen vor den Läden, vor den Umkleiden, vor der Kasse, wenn er dasselbe bei Amazon bestellen kann und am nächsten Tag nachhause geliefert bekommt? Kein Wunder, dass der tech-lastige Nasdaq 100 erst ein neues Allzeithoch erreicht hat. Ich bemerke selbst, wie Amazon eine immer größere Gewichtung in meinem Depot ausmacht. Apple, Amazon und Microsoft sind die besten Performer in meinem Depot. 

 

 

Wie verhalte ich mich nun? Denke ich, dass es eher runter oder rauf geht? Wie bereits oben festgestellt, weiß ich, dass ich nichts weiß. Es kann hoch, runter oder aber auch seitwärts laufen. Folglich investiere ich weiter stur Monat für Monat über meine Sparpläne, die ich seit Juli sogar erhöht habe. Daneben spare ich mir Cash an, um zusätzlich weiterhin auch Einmalinvestitionen tätigen zu können.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0