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Was ist eine Dividendenrendite und was eine Dividendenstrategie?

Dividendenrendite:

Die Dividendenrendite ergibt sich aus dem Verhältnis der Dividende eines Unternehmens im Verhältnis zum Aktienkurs und stellt eine Kennzahl zur Bewertung von Unternehmen dar. Um die Dividendenrendite eines Unternehmens zu berechnen multipliziert man die Dividende pro Aktie eines Unternehmens mit 100 und dividiert das Ergebnis durch den Kurs.

 

Formel: Dividende pro Aktie x 100 ÷ Aktienkurs 

 

Beispiel:

Ich erhalte von Bayer eine Dividende von 2,80€ pro Aktie. Multipliziert mit 100 ergibt dies 280. Der Kurs von Bayer beträgt (stand 24.04.2020) ca. 61€. Teile ich die 280 durch den aktuellen Kurs von 61 ergibt dies 4,59. Die Dividendenrendite beträgt also derzeit 4,59 %.

 

Es wird deutlich, dass die Dividendenrendite von der gezahlten Dividende und dem aktuellen Kurs abhängt. Mit steigender Dividende oder fallendem Aktienkurs steigt die Dividendenrendite. Wird die Dividende hingegen gesenkt oder der Aktienkurs steigt, sinkt entsprechend auch die Dividendenrendite. Somit wird deutlich, dass eine hohe Dividendenrendite keinesfalls ein Merkmal für ein hochprofitables Unternehmen ist. Meist sind hohe Dividendenrenditen die Folge eines starken Kursrückgangs, für den es häufig fundamentale Gründe gibt. Insoweit sollte nicht blind in Unternehmen mit einer hohen Dividendenrendite investiert werden, sondern sich immer genau vor Augen geführt werden, was der genaue Grund für die hohe Rendite ist.

Allerdings lässt sich die Dividendenrendite immer nur in Bezug auf die letzte Dividendenzahlung bestimmen. Denn ob im folgenden Jahr eine gleichbleibende, höhere oder gesenkte Dividende gezahlt wird, wird jedes Jahr auf der Hauptversammlung beschlossen. 

 

Dividendenstrategie:

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass es für mich persönlich nicht DIE eine Dividendenstrategie gibt. Vielmehr gibt es meiner Meinung nach verschiedene Arten eine Dividendenstrategie zu spielen. 

 

Die wohl bekannteste Dividendenstrategie geht auf den Investor und Vater des Value Investing Benjamin Graham zurück und ist unter dem Namen "Dogs of the Dow" bekannt. Seine Strategie beruhte darauf, aus den 30 Unternehmen des Dow Jones Industrial Average Index, die zehn Unternehmen mit der höchsten Dividendenrendite auszuwählen und in diese zu investieren. Nach einem Jahr werden die Dividendenrenditen der 30 Unternehmen im Index erneut verglichen und entsprechend umgeschichtet, sodass zu Beginn jeden Jahres in die Unternehmen mit der höchsten Dividendenrendite des Indexes investiert wird. Diese Strategie lässt sich auch heute gut spielen, indem man jedes Jahr in die 10 Unternehmen mit der höchsten Dividendenrendite des S&P 500, Dow Jones oder DAX investiert.

 

Eine weitere Dividendenstrategie ist die Fokussierung auf Dividendenaristokraten, also auf Unternehmen, die ihre Dividende seit mindestens 25 Jahren gezahlt und sogar erhöht haben. 

Daneben besteht eine besonders von jüngeren Anlegern bevorzugte Strategie in der Investition in Dividendenwachstumsaktien. Es wird gezielt in Unternehmen investiert, die zum Zeitpunkt der Investition noch eine geringe Dividendenrendite aufweisen, dafür aber durch ein besonders hohes Dividendenwachstum in den letzten Jahren aufweisen. Das enorme Dividendenwachstum kann über einen Zeitraum von Jahren hohe Dividendenrenditen übertreffen. Entsprechend eignet sich diese Strategie für Anleger mit einem langen Anlagehorizont. 

 

Ich persönlich verfolge eine gemischte Dividendenstrategie. Einerseits investiere ich in Dividenenaristokraten wie Coca Cola und Johnson&Johnson, die eine Art sicheren Hafen in meinem Depot darstellen sollen.

Auf der anderen Seite investiere ich auch in Unternehmen, die ein besonderes Dividendenwachstum aufweisen. Darunter zähle ich Aktien wie Starbucks oder Texas Instruments, aber auch Visa. Visa beispielsweise weist aktuell eine Dividendenrendite von ca. 0,6% auf, was relativ gering ist. Allerdings hat Visa in den letzten 5 Jahren seine Dividende pro Jahr um 20% erhöht. 

Mir ist gerade diese Mischung aus konstanten und zuverlässigen Zahlern sowie enormen Steigerungsraten wichtig.

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