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So wichtig ist ein Notgroschen

Die Corona-Krise hat verdeutlicht, wie grob fahrlässig die Menschen im Hinblick auf ihre finanzielle Lage leben. Es wurden so gut wie keine Rücklagen gebildet. Alles was rein kam wurde wieder genauso schnell ausgegeben. Darüber hinaus wurde viel auf Pump gekauft, was man sich unter normalen Umständen gar nicht leisten konnte. Das ging in den vergangenen 10 Jahren auch gut, in denen die Wirtschaft nur eine Richtung kannte, nämlich nach oben. 

Aber kaum tritt etwas Unvorhergesehenes, wie ein Lockdown, ein, stürzt das Kartenhaus zusammen. Kredite können nicht mehr bedient werden, Mieten nicht gezahlt und Angestellte nicht entlohnt werden. Besonders bedenklich wird es, wenn selbst ein DAX-Konzern wie Adidas ankündigt, die Mietzahlungen für seine Stores zu stunden. Eine Entschuldigung seitens Adidas sowie die Versicherung die Mieten doch zu zahlen, ändern allerdings dennoch nichts an dem schrecklichen Signal. 

Gleiches gilt für Restaurants, Bars und Kaffees. Natürlich war der Lockdown nicht ohne Weiteres vorherzusehen und es stellt eine unglaublich unglückliche Situation für alle Beteiligten dar. Insoweit war es wichtig, dass der Staat unterstützend eingegriffen hat. Auf der andere Seite sollte jeder, der sich selbständig macht, seiner Verantwortung bewusst sein. Man trägt nicht nur Verantwortung für sich selbst, sondern auch für seine Angestellten. Das Unternehmen in wirtschaftlich guten Zeiten kaum bis keine Rücklagen bilden ist verantwortungslos und rücksichtslos.

 

Das Gleiche gilt für Privatpersonen. Nahezu das gesamte Einkommen wird verkonsumiert und wenn dann unerwartete Kosten wie eine kaputte Waschmaschine oder eine Autoreparatur auftreten, muss ein Kredit aufgenommen werden, weil keine Rücklagen bestehen. Noch schlimmer wird es, wenn Kurzarbeit angeordnet wird und man plötzlich nur noch mit 66% seines ursprünglichen Gehalts auskommen muss. Von einem vollständigen Jobverlust ganz zu schweigen. Dann stehen die meisten vor enormen Schwierigkeiten.

Solche unerwarteten Situationen und schwierigen Phasen lassen sich viel leichter mit einem vorab aufgebauten Notgroschen überstehen. Jede Person sollte, je nach ihren individuellen Bedürfnissen und Verhältnissen einen Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto in Höhe von 3-6 Monatsgehältern haben. An das Geld wird nicht mehr drangegangen, außer in äußersten Notsituationen. Diese Absicherung sorgt nicht nur dafür, unerwartete Kosten abzufangen, es gibt einem auch ein Gefühl von Sicherheit, was gerade in dramatischen Zeiten sehr beruhigend wirkt. Verliert man seinen Job, weiß man, dass man die nächsten 3-6 Monate abgesichert ist. Die Suche nach einem neuen Job kann dann weniger stressig und aufgrund dessen vermutlich erfolgreicher verlaufen.

Das gilt selbstverständlich erst Recht für Personen die ihr Geld an der Börse investieren. Bevor die erste Aktie gekauft wird, sollte ein finanzieller Puffer aufgebaut werden. Das Geld, das an der Börse investiert wird, sollte nur Geld sein, das man mindestens 10 Jahre nicht benötigt, bzw. auf das man verzichten kann. Habe ich vor, mir nächstes Jahr ein Auto zu kaufen und bereits 10.000€ angespart, werden diese 10.000€ definitiv nicht bis zum Autokauf in Aktien investiert. Die Gefahr besteht immer, dass in dem Zeitpunkt, in dem ich das Geld benötige, mein Aktienvermögen 20, 30 oder 40 Prozent weniger wert ist.

 

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