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1 Millionen Euro sofort oder 1 Cent jeden Tag verdoppeln einen Monat lang?

 

Stell dir vor jemand macht dir ein Angebot: Du erhältst 1 Millionen Euro sofort in bar oder du erhältst 1 Cent, der sich einen Monat (31 Tage) lang jeden Tag verdoppelt. Wofür würdest du dich entscheiden? Ich bin mir sicher, der Großteil der Menschen würde sich ohne lange nachzudenken für die 1 Millionen Cash entscheiden. 1 Million ist viel Geld, man wäre von jetzt auf gleich seine Sorgen los und wunschlos glücklich. 

Dennoch würdest du dir, wenn du dich für die sofortige Million entscheiden würdest, 9 weitere Millionen Euro durch die Finger gehen lassen.

Was kann aus 1 Cent schon werden? Am ersten Tag habe ich 1 Cent, am zweiten Tag 2 Cent, am dritten Tag 4 Cent, usw.. Wie sollen daraus 10 Millionen Euro werden? Nach der hälfte des Monats, also nach 15 Tagen hat man noch immer lediglich 163,84€. Ziemlich weit weg von 10 Millionen Euro. Nach 20 Tagen beträgt das Guthaben 5.242,88€. Die großen Sprünge in absoluten Zahlen erfolgen jedoch in den letzten Tagen des Monats:

 

  • Tag 25: 167.772,16€
  • Tag 26: 335.544,32€
  • Tag 27: 671.088,64€
  • Tag 28: 1.342.11,28€
  • Tag 29: 2.684.354,56€
  • Tag 30: 5.368.709,12€
  • Tag 31: 10.737.418,24€

 

Unglaublich aber wahr, nach 31 tagen werden aus dem 1 Cent über 10 Millionen Euro. Das kleine Gedankenspiel verdeutlicht sehr schön die Kraft des Zinseszins und wie mächtig exponentielles Wachstum ist, was vielen Menschen nicht bewusst ist. 

Hervorzuheben ist, dass an jedem der 31 Tage das Wachstum gleich hoch ist. Sowohl von Tag 1 auf Tag 2, als auch von Tag 30 auf Tag 31 beträgt das Wachstum 100%. Dennoch kommt der Hohe absolute Betrag erst nach 31 Tagen zustande. 

Es wird deutlich, weshalb beim Vermögensaufbau ein langer Zeitraum der Schlüssel zum Erfolg ist. Je länger der Anlagehorizont von dir ist, desto kräftiger und stärker kann der Zinseszins für dich arbeiten. Die ersten Jahre ist er noch kaum bemerkbar und dein Vermögensaufbau hängt von deiner Spar- und Investitionsqoute. Nach 20-30 Jahren jedoch beginnt der Zinseszins die Lawine in Gang zu setzen. 

Nicht umsonst bezeichnete Albert Einstein die Kraft des Zinseszinseffektes einst als achtes Weltwunder.

Dazu passend gibt es auch ein schönes Märchen, von dem mehrere Versionen existieren, sei es von einem Großwesir und Weizenkörnern oder einem Höfling und Reiskörnern.

Es lautet wie folgt: 

Es war einmal ein kluger Höfling, der seinem König zum Zeitvertreib ein Schachbrett schenkte. Aus Dank für die Unterhaltung und das Vergnügen sprach der König zu seinem Höfling: "Sage mir, wie ich dich zum Dank für dieses wunderschöne Geschenk belohnen kann. Ich werde dir jeden Wunsch erfüllen." Nachdem der Höfling eine Zeit lang nachgedacht hatte, sagte er: "Nichts weiter will ich, edler Gebieter, als dass ihr das Schachbrett mit Reis auffüllen möget. Legt ein Reiskorn auf das erste Feld und dann auf jedes weitere Feld stets die doppelte Anzahl an Körnern. Also zwei Reiskörner auf das zweite Feld, vier Reiskörner auf das dritte, acht auf das vierte und so fort." Der König war erstaunt. "Es ehrt dich, lieber Höfling, dass du einen so bescheidenen Wunsch äußerst", sprach er. "Er möge dir auf der Stelle erfüllt werden." 

Sofort traten Diener mit einem Sack Reis herbei und schickten sich an, die Felder auf dem Schachbrett nach den Wünschen des Höflings zu füllen. Bald stellten sie fest, dass ein Sack nicht ausreichen würde und ließen noch mehr Säcke aus dem Getreidespeicher holen.

 

Das Schachspiel hatte 64 Felder. Bereits das zehnte Feld musste für den Höfling mit 512 Körnern gefüllt werden. Beim 21. Feld waren es schon über 1 Million Körner und beim 64. Feld stellten die Diener fest, dass es im ganzen Reich des Königs nicht genug Reiskörner gab, um es aufzufüllen. Mit seinem Wunsch wurde der Höfling zum reichsten mann im ganzen Land und der König wünschte, er hätte ihm nie etwas geschuldet.

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