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Vermeide typische Fehler an der Börse

 

Fehler gehören dazu. Aus Fehlern lernt man. An diesen Phrasen und Aussagen ist vieles dran. Es gehört dazu eigene Fehler zu machen, Erfahrungen zu sammeln und entsprechend zu lernen. Allerdings gibt es bei der Geldanlage an der Börse einige klassische Fehler, die schon etliche Anleger vorher gemacht haben. Wieso also nicht aus den Fehlern der anderen lernen und die klassischen Fehler gar nicht erst begehen? Schauen wir uns also einmal ein paar typische Fehler bei der Geldanlage in Aktien an.

 

1. Investiere nur Geld, dass du kurz- bis mittelfristig nicht brauchst

Die Börse durchlebt regelmäßig Zyklen. Auf einen Bärenmarkt folgt ein Bullenmarkt, auf den wieder ein Bärenmarkt folgen wird. Wann jedoch ein neuer Zyklus beginnt und wie lange dieser dauern wird, ist vorher nicht abzusehen. Investiert man sein Geld beispielsweise gegen Ende eines Bullenmarktes, also zu Höchstkursen, und kurz nach der Investition brechen die Aktienkurse ein, ist es suboptimal, wenn das investierte Geld für den nächsten Autokauf oder Urlaub vorgesehen war und man mit einem großen Verlust verkaufen muss. Deshalb solltest du nur Geld investieren, dass du die nächsten 10-15 Jahre nicht benötigst, auf das du verzichten kannst. Stehen bei dir in den nächsten Monaten und Jahren größere Anschaffungen bevor, solltest das Geld dafür gesondert sparen. Keinesfalls solltest du das Geld, dass anderweitig verplant ist, an der Börse investieren in der Hoffnung, dass es sich bis zum Zeitpunkt der Anschaffung an der Börse vermehrt. Denn meistens kommt es anders, als man denkt.

Investiert man jedoch nur Geld, dass man nicht benötigt und hat einen entsprechend langen Anlagehorizont, kann man sein Geld beruhigt anlegen, denn auf lange Sicht hat der Aktienmarkt immer eine positive Rendite erzielt, sodass man bei entsprechendem Anlagehorizont jede Krise aussitzen kann.

2. Notgroschen aufbauen vor dem Investieren

Bevor man beginnt sein Geld an der Börse zu investieren, sollte zunächst ein Notgroschen in Form von 3-6 Monatsgehältern aufgebaut werden. Die Höhe des Notgroschen hängt von den persönlichen Umständen ab. Habe ich einen sicheren Job, der mir regelmäßige Einnahmen generiert und zudem geringe monatliche Ausgaben, könnten bereits 3 Monatsgehälter ausreichen. Anders ist es wenn man selbständig ist, die monatlichen Einnahmen schwanken und man zudem hohe monatliche Ausgaben hat. Dann könnte ein Notgroschen von mindestens 6 Monaten notwendig sein. 

Wozu aber überhaupt der Notgroschen? Der Grund ist ähnlich wie bei Punkt 1. Es kommt immer wieder mal vor, dass das Auto repariert werden muss oder die Waschmaschine ihren Geist aufgibt. Hat man dann keinen Notgroschen für solche Fälle aufgebaut, muss man sein sich grade im Aufbau befindendes Aktiendepot angehen und einen Teil verkaufen. 

Deswegen ist es wichtig immer einen Notgroschen für den Fall der Fälle angespart zu haben.

 

3. Blind auf Aktienempfehlungen hören

Ein Fehler, den ich zu Beginn selbst begangen habe, ist das blinde kaufen von Aktien anhand einer Empfehlung. Bei mir war es die Isar-Vision Aktie. Ich hatte einen Bericht gelesen, indem Isa-Vision als der nächste Highflyer angepriesen wurde. Ich hatte grade meine ersten Aktien gekauft und war frisch an der Börse. In dem Bericht wurden die Chancen und Möglichkeiten von Isa-Vision und ich sah schon die riesen Rendite vor meinen Augen. Aber natürlich kam es anders. Ich hatte die Aktie nahezu am Alltime-High gekauft und kurz nach meinem Kauf sackte der Kurs um fast 50% ab. Letztlich nahm ich nach Monaten ein Übernahmeangebot an, dass unter meinem Kaufpreis lag, sodass nach allem ein Verlust zu Buche steht. 

Wenn man einen Bericht über eine Aktie liest, in der sie als der nächste große Geheimtipp angepriesen wird, ist es sowieso schon zu spät. Die Börse hat die Informationen bereits eingepreist, bevor man von den Neuigkeiten erfährt. Vielmehr sollte jedes Unternehmen vor dem Kauf genau unter die Lupe genommen werden.

4. Mangelnde Diversifikation 

Die aktuelle Krise zeigt, wie wichtig eine Diversifikation, also eine Streuung über verschiedene Länder und Branchen, ist. Ganz nach dem Motto von Beate Sander "Breit gestreut, nie bereut". Während aktuell beispielsweise die Reise- und Tourismusbranche mit Unternehmen wie TUI oder der Deutschen Lufthansa leiden, erreichen die großen Technologieunternehmen immer neue Höhen. Auch in meinem Depot zahlt sich die Diversifikation aus. Während Royal Dutch Shell beispielsweise bei mir in den roten Zahlen steht, hat sich Apple bei mir mehr als verdoppelt. 

Zwar lassen sich gewisse Trends hinsichtlich Zukunftsbranchen erkennen. Welches Unternehmen einer Branche aber wirklich erfolgreich sein wird, ist vorab schwer vorauszusagen. Entsprechend bietet es sich an, in verschiedene Branchen sowie Länder zu investieren.

 

Ich selbst habe ebenfalls bereits einige Fehler gemacht, aus diesen jedoch auch einiges gelernt. Zu meinen größeren Fehlern gehören die Investitionen in Isa Vision oder beispielsweise auch in Wirecard, was du hier nachlesen kannst.

Auf einen Notgroschen habe ich hingegen bereits zu Beginn großen Wert gelegt. Von Beginn an war mein Mindset auf einen langfristigen Vermögensaufbau ausgerichtet. An kurzfristigen Spekulationen hatte ich kein Interesse. 

Auch wenn ich bisher schon viele Fehler gemacht habe, werden noch weitere dazukommen. Das wichtige ist nicht keine Fehler zu machen, sondern aus diesen zu lernen und sie nicht zu wiederholen. Dieser Beitrag soll dir helfen, zumindest die gängigsten Fehler zu vermeiden.

 

 

Welche Fehler sind dir schon an der Börse passiert?

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