· 

Aller Anfang ist schwer

 

Egal, ob Fahrrad fahren, Eislaufen oder Fremdsprachen lernen, es ist überall das Gleiche. Der Anfang ist schwer, ja meist sogar das Schwierigste. Man tut etwas, was man vorher noch nie getan hat. Man kennt die Abläufe nicht, hat noch keine eigene Technik entwickelt und ist zu Beginn meist überfordert. 

 

So war es vor kurzem auch bei mir. In meinem Referendariat bin ich mittlerweile in der dreimonatigen Strafstation angekommen. Während dieser müssen die Referendare, ich also auch, den sogenannten Sitzungsdienst bei der Staatsanwaltschaft halten. Das bedeutet, wir Referendare nehmen in echten Strafprozessen die Rolle der Staatsanwaltschaft ein, mit der Aufgabe den staatlichen Strafanspruch durchzusetzen. Während der Gerichtsverhandlung sind wir vollständig auf uns allein gestellt. Nach einem jahrelangen Studium ist es nun erstmals der Fall, dass wir praktisch tätig werden. Als Referendar dürfen wir zwar nur vor dem Strafrichter verhandeln, der für Vergehen mit maximal zu erwartender Freiheitsstrafe von zwei Jahren zuständig ist. Ich beschäftige mich also mit Diebstählen, Körperverletzungen und Trunkenheitsfahrten. Nichtsdestotrotz ist dies nicht zu unterschätzen. Ich muss während der Verhandlung die Anklageschrift verlesen, Fragen an den Angeklagten und die Zeugen stellen und nach der Beweisaufnahme ein Plädoyer in freier Rede halten. 

Dabei handelt es sich um etwas, dass ich zuvor noch nie getan habe. Zwar haben wir gelernt, wie ein Plädoyer aufgebaut ist und was angesprochen werden muss, dennoch ist es für mich etwas vollkommen neues, das zu Beginn überfordernd und schwierig sein kann. Mit der Zeit entwickelt sich jedoch auch hierbei eine Routine. Mit jedem weiteren Plädoyer das man hält wird man sicherer und besserer. Zu Beginn noch schwierig, wird es zu einem Automatismus genauso wie Fahrrad fahren.

 

Wieso erzähle euch das alles? Was hat das mit dem Thema Geldanlage zu tun? 

Nun ja bei der Geldanlage ist es ähnlich, wie bei so vielen Dingen im Leben. Der erste Schritt ist meistens der schwierigste. Wenn man sich zuvor noch nie mit seinen Finanzen auseinander gesetzt hat, kann es auf den ersten Blick genauso überfordernd wirken, wie ein Plädoyer zu halten. Doch ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Hat man sich dazu durchgerungen endlich ein Depot zu eröffnen, was für viele schon die größte Hürde ist, hat man den aufwendigsten Teil geschafft. 

Zu Beginn empfiehlt sich dann die Anlage in ETF. Hier erfährst du was ETF genau sind. Mit der Anlage in einen MSCI All Country World investiert man dann ohne großes Know-How in die Welt AG und partizipiert vom wachsenden Wohlstand in der Welt. 

Bei der Anlage in ETF ist die Eröffnung des Depots tatsächlich der aufwendigste Teil. Hat man sein Depot eröffnet und einen Sparplan für einen, zwei oder mehr ETF eingerichtet, läuft die Geldanlage automatisiert. Jeden Monat werden selbständig die Investitionen ausgeführt. 

Wem das zu langweilig ist, der kann darüber hinaus in Einzelaktien investieren. Und auch hier kann der Anfang schwierig bzw. überfordernd sein. In welche Unternehmen investiere ich mein Geld? KGV, EBIT-Marge, free Cashflow - Was soll das sein? Zu Beginn kann es hilfreich sein, in Unternehmen zu investieren, die man aus seinem Alltag kennt, bzw. deren Produkte man täglich nutzt und von denen man überzeugt ist, dass sie auch die nächsten 50 Jahre noch Geld verdienen werden. Auch dabei lernt man mit der Zeit immer mehr und baut entsprechende Kenntnisse auf. Das erfolgt ganz unbemerkt nebenbei und wird zu einer Selbstverständlichkeit.

 

Es bleibt festzustellen, dass aller Anfang schwierig ist. Das gilt auch für das Thema Geldanlage. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Jedoch eignet man sich mit der Zeit Wissen und Kenntnisse an, wenn man sich mit seinen Finanzen auseinandersetzt. Ist die Geldanlage für dich ein Buch mit sieben Siegeln, kannst du dennoch mit der Anlage in ETF auf einfache Art und Weise für dein Alter vorsorgen. 

Das Wichtigste ist jedoch, den schweren ersten Schritt zu gehen und ins Handeln zu kommen. Der Rest ergibt sich dann mit der Zeit von alleine.

 

 

 

Was war das letzte, was dir zu Beginn schwer gefallen ist?

Kommentar schreiben

Kommentare: 0