· 

Meine Lehren aus dem Corona-Crash

 

Die Börse kannte über einen Zeitraum von 10 Jahren nur den Weg nach oben. Die Märkte entwickelten sich nach der Finanzkrise 2008/09 hervorragend. Es wurden immer neue Höchststände erreicht, bis es im März 2020 dann soweit war. Die Börse brach aufgrund der unvorhersehbaren Auswirkungen des Corona-Virus ein. Nach 10 Jahren crashte es Mal wieder an der Börse.

Ich habe zuvor oft gelesen und gehört, dass man erst ein richtiger Investor ist, wenn man einen Crash miterlebt hat. Der Corona-Crash war nun also mein erster. Wie ich diesen erlebt habe, was meine Lehren aus dem Crash sind und wieso es kein "normaler" Crash war, erzähle ich in diesem Artikel.

 

1. Demut ist eine der wichtigsten Tugenden

Eine der wichtigsten Lehren, die ich gezogen habe ist die, Demut gegenüber der Börse zu haben. Niemand weiß, wie die Börse sich entwickelt oder auf bestimmte Ereignisse reagiert. Viele Versuchen schlauer zu sein als der Markt und diesen zu schlagen. Das gelingt jedoch nur einem winzigen Bruchteil.

Ich persönlich weiß, dass ich nichts weiß. Ich weiß nicht wie die Börse morgen stehen wird oder nächste Woche oder in einem halben Jahr. Ich nehme es jedoch wie es kommt und sehe in jeder Situation das positive. Steigen die Kurse freue ich mich über Buchgewinne und grüne Zahlen im Depot. Fallen die Kurse, freue ich mich über interessante Kaufgelegenheiten bei interessanten Unternehmen. 

 

2. Jeder Crash ist anders 

Wer an der Börse sein Geld investiert und sich für die Börse interessiert, kommt auf kurz oder lang mit dem Dotcom-Crash Anfang der 2000er oder der Finanzkrise 2008/09 in Berührung. Der Crash hatte jeweils andere Ursächlichkeiten, dauerte jedoch jeweils über einen längeren Zeitraum an. So gingen viele auch beim Corona-Crash im März davon aus, dass die Börse sich nicht so schnell von ihrem Einbruch erholen würde. Doch die Börse zeigte mal wieder, dass sie unberechenbar ist und erreichte aufgrund des fulminanten Anstiegs der Tech-Giganten innerhalb eines Monats beinahe ihr Ursprungsniveau.

Auch das ist etwas, dass es zuvor nicht gab. Während in den vergangenen Börsencrashs sämtliche Branchen einbrachen und hohe Verluste aufwiesen, gab es in der Corona-Krise wahre Gewinner in Form der Technologie-Unternehmen. Amazon, Alphabet, Apple und viele weitere Unternehmen erreichten während der Coronazeit ihre Alltime-Highs und profitierten ungemein von der Digitalisierung. 

Aus vergangenen Crash kann man lernen, so wie ich auch aus diesem meine Lehren ziehe. Es wird aber deutlich, dass jeder Crash seine Eigenheiten mit sich bringt, auf die man sich zuvor nur schwer einstellen kann.

 

3. Eine gewisse Liquidität ist zwingend

Als es im März plötzlich crashte war ich ziemlich überrascht. Es boten sich eine Vielzahl von günstigen Kaufgelegenheiten, von denen ich mangels ausreichender Liquidität nur sehr wenige Nutzen konnte. Man soll sich über vergebene Chancen nicht ärgern, sondern seine Lehren daraus ziehen. Es ergeben sich immer wieder neue Chancen. Ich habe für mich persönlich die Lehre gezogen, dass ich eine gewisse Liquidität zur Verfügung stehen haben will, um im Fall der Fälle sich ergebende Chancen ergreifen zu können. Natürlich investiere ich weiter regelmäßig über Sparpläne und Einzelkäufe, da ich nicht weiß, ob und wann es wieder zu Kurseinstürzen kommt. Es kann in meinen Augen jedoch nicht Schaden daneben eine kleine Cashposition aufzubauen. Sollte das Feuer in meinem Ofen kleiner werden, möchte ich gerne frische Kohlen reinschmeißen können.

 

4. Kursverluste machen mir nicht viel aus

Eine Vielzahl von Investoren wird nervös, wenn sie beim Blick in ihr Depot rote Zahlen sehen. Im Falle eines Crashs kann der Depotwert mal eben um 40% oder mehr fallen. Auch im März brachen die Kurse ein. Mir persönlich machte dies jedoch erstaunlich wenig aus. Ich würde sogar so weit gehen, dass es mich weder gestört noch hat unruhig werden lassen. Zu keinem Zeitpunkt dachte ich daran, meine Aktien zu verkaufen. Natürlich erholte sich die Börse innerhalb eines Monats sehr schnell, sodass ich nicht weiß, ob ich genauso reagieren würde, wenn die Börse über Jahre nur fallen und nicht mehr steigen würde. Allerdings macht es mir Mut zu sehen, dass ich während eines Crashs, während dem viele die Nerven verlieren und unüberlegte Kurzschlusshandlungen begehen, die Ruhe bewahre und nicht vorschnell handle.

Ich hoffe mich in weiteren Crashs, von denen ich sehr wahrscheinlich noch einige erleben werde, auch so ruhig und rational zu Verhalten.

 

5. Es gibt immer ein Licht am Ende des Tunnels

Die letzte Lehre, die ich aus dem Crash im März gezogen habe ist, dass es immer wieder bergauf geht, dauert es auch noch so lange. Im März wurde man mit schlechten Nachrichten bombardiert. Das ganze Land befand sich im Lockdown, hunderttausende Menschen bangten um ihre Jobs, Mieten konnten nicht bezahlt werden. Darüber hinaus wurden furchtbare Bilder aus Italien gezeigt, das besonders hart getroffen wurde. Doch trotz all der negativen Berichte geht es immer irgendwann wieder bergauf und es hilft positiv zu bleiben, fällt dies auch noch so schwer. Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am nächsten. 

Dabei kann es helfen weniger Nachrichten zu konsumieren, die einem größtenteils negatives berichten und so für Verunsicherung sorgen.

 

 

 

Welche Lehren hast du aus dem Crash im März gezogen?

Kommentar schreiben

Kommentare: 0