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Der zweite Lockdown kommt! An der Börse herrscht die Gier

 

Es ist soweit. Bund und Länder haben es beschlossen. Nach dem ersten Lockdown im März diesen Jahres und dem Teillockdown im November beginnt ab dem 16. Dezember der zweite harte Lockdown. Diesmal soll es zunächst bis zum 10. Januar dauern.
Bis auf Geschäfte des täglichen Lebens muss der gesamte Einzelhandel schließen. Für den Einzelhandel ist die Vorweihnachtszeit die umsatzstärkste des Jahres. 
Der Einzelhandel erhoffte wenigstens einen kleinen Teil der Jahresverluste wett machen zu können. Das wird nun nichts mehr. Dies ist erneut ein schwerer Schlag für die Realwirtschaft. 

In einem offenen Brief wandten sich bereits vor Verkündung des zweiten Lockdowns an die Bundesregierung, in dem sie warnten, dass viele der Geschäfte in den Innenstädten einen zweiten Lockdown nicht überleben würden. Und mit ihnen viele weitere Jobs.

 

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat angekündigt bereits weitere Finanz- und Überbrückungshilfen wegen der neuen Einschränkungen zu planen.

 

Für mich bedeutet der zweite Lockdown in erster Linie, dass ich mich mit meinen noch fehlenden Weihnachtsgeschenken beeilen muss. Auf der anderen Seite frage ich mich wie bereits in vorigen Artikeln, wie die wirtschaftlichen Folgen im nächsten Jahr sein werden. Es werden immer mehr Schulden aufgenommen, um die Wirtschaft zu stimulieren, doch das kann nicht auf Dauer fortgeführt werden. Die Konsequenzen werden auf kurz oder lang spürbar werden.

 

Während auf der einen Seite die Realwirtschaft erneut Einbußen erleidet, herrscht an der Börse die Gier. Aktuell steht der Fear & Greed Index bei 76. Eine Woche zuvor sogar bei 89!!! Der Fear & Greed Index ist ein von CNN Business entwickelter Indikator, der die Stimmung der Anleger an der Börse messen soll.

Bestes Beispiel dafür waren zwei Börsengänge in der vergangenen Woche, die für die beiden Unternehmen mehr als erfolgreich waren. Der Essenszusteller Doordash und der Apartment-Vermittler Airbnb feuerten ihr Börsendebüt. Der Kurs von Doordash stieg am Debüttag um 86%. 

Noch erfolgreicher war das Debüt für Airbnb. Nachdem zunächst ein Ausgabepreis von 44 bis 50 Dollar angepeilt wurde, korrigierte Airbnb diesen auf 56 bis 60 Dollar nach oben. Letztlich ging die Aktie dann zu einem Preis von 68 Dollar an die Börse, was Airbnb eine Börsenbewertung von 47 Milliarden Dollar einbrachte. Die Aktie stieg dann auf 146 Dollar und konnte sich somit trotz mehrfacher Korrektur des Ausgabepreises noch einmal mehr als verdoppeln und kratzt damit an einer Marktkapitalisierung von 100 Milliarden Dollar. 

Bei einem Umsatz von 4,8 Milliarden Dollar im Jahr 2019 macht das ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 20. Die Gier regiert.

 

Es bleibt weiterhin spannend, wie sich die Wirtschaft und die Börse entwickeln werden.

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