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Es bringt nichts, dich reich zu rechnen

Die Börse kennt seit dem Corona-Tief im März 2020 nur noch eine Richtung. Nachdem zu Beginn gerade die Tech-Werte wie Amazon, Apple und Alphabet die Indizes nach oben trieben und die großen Profiteure der Krise waren, steigt aktuell gefühlt alles an der Börse. Egal ob IPO‘s oder über Foren gepushte Aktien. Es herrscht Euphorie. Die Hoffnung an der Börse möglichst schnell reich zu werden ist aktuell weit verbreitet. Und nicht nur Aktien kennen nur den Weg nach oben. Bei Kryptowährungen sieht es ganz genauso aus. Der Bitcoin jagt eine Höchstmarke nach der anderen und auch Ethereum weist eine unglaubliche Performance in den letzten Monaten auf. 

Viele beginnen nun sich bereits reich zu rechnen. „Aktie X oder Y die ich letzte Woche gekauft habe, hat sich bereits verdoppelt und meine Bitcoins weisen aktuell eine Rendite von 250% auf. Wenn das so weiter geht, bin ich ich spätestens Ende des Jahres Millionär“, mögen die Gedanken einer Menge Investoren aktuell sein. 
Insbesondere die vielen Investoren, die während der Corona-Krise an die Börse gekommen sind, kennen nur die steigenden Kurse und eine furiose Börse. Für sie ging es bislang nur bergauf. Stärkere Rücksetzer oder gar Kurseinstürze und -einbrüche kennen sie nicht. 

Es bringt nichts dich bereits jetzt reich zu rechnen. Auf dem Weg zum Vermögensaufbau gibt es unzählige Unwägbarkeiten. Zahlreiche Hindernisse und Rückschläge werden sich dir in den Weg stellen, sodass es naiv wäre zu denken, dass es dauerhaft so weiterlaufen würde wie bislang. Das Gegenteil ist der Fall. Die Börse durchlebt Zyklen. Nach einem Bullenmarkt folgt ein Bärenmarkt, auf den wieder ein Bullenmarkt folgen wird. Auch wenn die Börse sich seit bereits über 10 Jahren in einem Bullenmarkt befindet, wird auch dieser Zyklus enden und abgelöst werden. 

Auf der anderen Seite ist wiederum zu beachten, dass der langfristige Vermögensaufbau definitiv möglich ist. Regelmäßiges stures investieren in weltweit führende Unternehmen oder ETF führt auf Dauer zwangsläufig zu einem Vermögen. 
Dies erfolgt jedoch nicht von heute auf morgen. Es bedarf einiger Jahre und Jahrzehnte bis der Zinseszins seine wahre Kraft entfalten kann und dein Vermögen in unerreichte Höhen treiben wird. 

 

Natürlich kann ich es nachvollziehen, wenn man sich aufgrund der letzen Wochen vorstellt wo man steht, wenn es die nächsten Monate so weitergeht. Die Versuchung ist groß. In zwei Monaten kann ich mir einen Porsche leisten, in 6 Monaten ein schönes Haus und am Ende des Jahres kündige ich meinen Job, weil ich ausgesorgt habe. 

Ich möchte dich nur davor warnen, nicht zu euphorisch zu werden, um nicht kalt erwischt zu werden, wenn die Stimmung an der Börse kippt. Bleibe vielmehr realistisch und sehe den Vermögensaufbau als langfristige Aufgabe, denn als kurzfristige Spekulation. Die Börse ist ein  Marathon und kein Sprint. 

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