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Vermögensaufbau ganz nebenbei

Zu Beginn meines noch immer jungen Investorenlebens, schaute ich jeden Tag mehrfach in mein Depot. Ich wollte jede Kursbewegung mitverfolgen, obwohl ich von Beginn an einen langfristigen Vermögensaufbau verfolgte. Bei jedem kleineren Kursrücksetzer hinterfragte ich meine Kaufentscheidung und ließ mich regelrecht nervös machen. Jede kleine Kurssteigerung hingegen feierte ich euphorisch und rechnete mich bereits reich, wenn es dauerhaft so weiterlaufen würde.
Genauso erwartete ich voller Vorfreude beim morgendlichen Blick in mein Depot eine neu eingegangene Dividende. Natürlich erhielt ich nur an 2-3 Tagen im Monat eine Dividende. Trotzdem gehörte der tägliche Blick ins Depot dazu. Öfters sogar mehrmals am Tag, sodass einiges an Zeit dafür drauf ging, ohne dass es einen Mehrwert lieferte. Ich ließ mich regelrecht verrückt machen. Mir fehlte die innere Ruhe und Gelassenheit, einfach das richtige Mindset.

Natürlich hatte ich zuvor einiges über die Psychologie an der Börse gelesen. Es ist wie André Kostolany sagt: "Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich." 
Allerdings kann man in meinen Augen so viel darüber lesen, wie man möchte. Nichts geht jedoch über eigene Erfahrungen. Nur durch das Erleben am eigenen Leib, lernt man worauf es wirklich ankommt. Die innere Ruhe und Gelassenheit kommt, denke ich, mit der Zeit. Natürlich bin ich erst das dritte Jahr an der Börse, sodass ich noch Grün hinter den Ohren bin. Einen echten Bärenmarkt, der sich über Monate und vielleicht Jahre zieht, habe ich noch nicht miterlebt. Allerdings merke ich an mir selber, wie sehr sich mein Verhalten und meine Einstellung an der Börse gewandelt haben. Darüber hinaus waren die drei Jahre an der Börse alles andere als langweilig. Ich habe in den drei Jahren erlebt, was andere in 10 Jahren erleben.

Mittlerweile hat sich mein Verhalten dahingehend verändert, dass sich meine Blicke ins Depot stark reduziert haben. Ich schaue, wenn es hoch kommt, vielleicht einmal die Woche in mein Depot. Aber auch das ist nicht zwingend. Ich logge mich ein, schaue in mein Depot, ob ich Dividenden erhalten habe und trage diese dann in Portfolio Performance ein. Vielmehr tue ich dann auch nicht, sodass dafür kaum mehr Zeit für draufgeht. Auf Kursrückgänge reagiere ich gelassener. Dreht der Markt ins negative schaue ich meistens nichtmal in mein Depot, weil mich der aktuelle Wert nicht wirklich interessiert. Meine Investitionen erfolgen automatisch zu Beginn eines jeden Monats über meine Sparpläne. Der Arbeitsaufwand ist sehr gering.  

Natürlich bedeutet das aber nicht, dass ich die Börse nicht täglich beobachte. Regelmäßig schaue ich mir die Märkte und insbesondere die Kurse der Unternehmen auf meiner Watchlist an, um bei günstigen Gelegenheiten zuschlagen zu können.  
Darüber hinaus höre ich tägliche Börsenpodcasts, bei denen ich mir Investmentideen und neue Inspirationen hole, aber auch einen Überblick über den Markt und aktuelle Quartalszahlen erhalte.
Allerdings kostet es mich nicht mehr so viel Zeit, wie noch zu Beginn. Oder besser gesagt, ich verschwende meine Zeit nicht mehr damit mein Depot täglich zu beobachten, sondern nutze die Zeit, um mich mit der Börse und spannenden und interessanten Aktien auseinanderzusetzen. 
Mein Depot wächst automatisch, ohne dass ich dafür großartig Zeit aufwenden muss. Das ist ein wirklich tolles Gefühl. 

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