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It‘s about time in the markets, not timing the markets

Viele Börsianer versuchen ihre Aktien am Tiefpunkt zu kaufen und an ihrem Hochpunkt zu verkaufen. Sie versuchen den Markt zu timen, also vorherzusehen, wann eine Aktie ihr hoch bzw. tief erreicht hat. Entsprechend wollen sie dann handeln. Ist eine Aktie verhältnismäßig teuer bewertet, warten sie ab, bis der Kurs fällt und schlagen zu, wenn ihrer Meinung nach das Tief erreicht wurde. 
Dabei gelingt es nur einer geringen einstelligen Prozentzahl an Investoren, eine Aktie an ihrem Tiefpunkt zu kaufen. Markettiming funktioniert für den Großteil der Aktionäre nicht. Wann eine Aktie ihren Tiefpunkt erreicht hat, weiß man nämlich immer erst im Nachhinein. Beim Blick in den Rückspiegel ist es dann leicht zu sagen, wann ein hervorragender Kaufzeitpunkt gewesen wäre. Es jedoch vorherzusagen grenzt an Glücksspiel. 

Die gute Nachricht ist jedoch, dass es nicht schlimm ist, wenn du eine Aktie nicht zu ihrem Tiefstwert kaufst. Das brauchst du auch gar nicht, um dennoch gute Renditen zu erzielen. Die Zeit kann einen schlechten Kaufzeitpunkt mehr als ausgleichen. Je länger dein Anlagehorizont ist, umso unbedeutender wird der Kurs, zu dem du eine Aktie gekauft hast. Entscheidend ist also nicht wann du eine Aktie kaufst, sondern dass du sie kaufst und entsprechend lange hältst. 

 

Time in the markets beats timing the market

 

Bei einem Anlagehorizont von 20-30 Jahren wird es immer irrelevanter, ob du eine Aktie 10% teurer oder günstiger gekauft hast. Denn mit entsprechendem Zeitraum steigen die Aktien und profitieren vom Zinseszinseffekt. 
Du siehst also, dass du dir keine Sorgen zu machen brauchst, wenn eine Aktie nach deinem Kauf noch weiter sinkt, du also nicht zum Tiefpunkt gekauft hast. 
Auf der anderen Seite brauchst du auch nicht ewig zu warten, in der Erwartung, dass die Kurse auf ein attraktives Niveau sinken werden. 

Durch das ständige Warten auf attraktive Kurse geht dir Rendite verloren. Das Cash, das man bereit hält, erwirtschaftet keinerlei Rendite auf deinem Verrechnungskonto. Im Gegenteil sorgt die Inflation sogar für einen Wertverlust. Wird das Cash hingegen investiert, kann es Rendite erzielen, auch wenn der Kaufkurs erhöht war. Über Jahre hinweg arbeitet der Zinseszins dann noch für einen und lässt das Vermögen mehr und mehr wachsen.

Natürlich klingt es in der Theorie immer sehr einfach, zu Investieren unabhängig von den Kursen. Aber wer kauft schon gerne etwas, wenn man denkt, dass es nächste Woche 10% günstiger ist? 
So geht es mir natürlich auch. Ich kann mir aufgrund der aktuellen Situation sehr gut vorstellen, dass es in absehbarer Zeit zu einem Rücksetzer an den Börsen kommen wird. Trotz erneut steigender Fallzahlen, Impfdebakel in Deutschland und steigender Zinsen für US-Staatsanleihen, erreicht der DAX beispielsweise ein Alltimehigh. Es widerstrebt mir innerlich, im Wissen dieser Umstände, die aktuellen Preise zu zahlen. 

Auch wenn ich weiß, dass es nichts bringt den Markt zu timen, sondern effektiver ist, regelmäßig zu investieren, bin ich aktuell dabei Cash aufzubauen. Allerdings investiere ich trotzdem jeden Monat einen entsprechenden Teil über meine Sparpläne. So denke ich, dass ich den für mich besten Weg zwischen Markettiming und time in the market gefunden habe. Auf der einen Seite schaffe ich mir eine Cashposition, um bei Kursrücksetzern entsprechend handlungsfähig bin und diese durch Zukäufe nutzen kann. Auf der anderen Seite kaufe ich regelmäßig Aktienanteile über meine Sparpläne zu, wobei ich hier noch von dem cost-everage-Effekt profitiere.

 

 

Wie steht ihr zu dem Thema Markettiming?

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