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Elon Musk ein Fall für die Börsenaufsicht?

Ich habe bereits vor einigen Wochen einen Artikel über Elon Musk und seine marktbeeinflussenden Äußerungen und Tweets veröffentlicht. Den Artikel kannst du hier gerne nachlesen. 
Seitdem Artikel ist nicht viel Zeit vergangen, aber dennoch viel passiert. Elon Musk kann es einfach nicht sein lassen. Erneut spielte er mit den Märkten und der Masse. Und erneut ging es um Kryptowährungen. Es scheint als sei es für alles ein großes Spiel. 

 

Zunächst ging es um den Dogecoin. Der Tesla-Chef sorgte in den vergangenen Monaten dafür, dass der Meme-Coin rasant Anstieg und von der Marktkapitalisierung gesehen zu einer der größten Kryptowährungen anwuchs. Aktuell ist der Dogecoin die viertgrößte Kryptowährung. Musk twitterte und seine Anhänger kauften blindlings den Coin. Es wurde regelrecht auf neue Tweets von Elon gewartet.

 

Elon Musk hatte dann einen Auftritt als Stargast in der beliebten US Late Night Show "Saturday Night Live". Schon vor der Show waren die Spekulationen groß, wie Musk sich bezüglich Kryptowährungen äußern würde. Nachdem er zuvor den Dogecoin noch positiv befeuert hatte, sorgte sein Auftritt bei "Saturday Night Live" für einen Einbruch des Dogecoinkurses um 25%.

Auf die Frage der Moderatoren, was Dogecoin genau sei, antwortete er zunächst in der Manier eines Kryptoverfechters, dass es die Zukunft der Währung wäre und ein unaufhaltsames Finanzvehikel sei, dass die Welt erobern werde. Nachdem die Moderatoren die Frage wiederholten gab Musk wiederholt ausweichende Antworten ehe er schließlich auf Nachfrage zugab: " Yeah, it's a hustle." Hustle kann übersetzt werden mit Rummel, Trubel oder Schwindel.

An sich liefert die Aussage, dass es sich bei Dogecoin um einen Rummel handelt, keine neuen Erkenntnisse, war zuvor schon bekannt. Allerdings dürfte es für jeden Musk-Anhänger ein Schlag ins Gesicht gewesen sein, der blindlings auf Musk's Tweets sein Geld in den Spaßcoin investiert hat. Erneut kann ich dazu nur sagen, dass jemand, der eine solche Reichweite und einen solchen Einfluss mit seinen Aussagen hat, umsichtiger mit seinen Äußerungen umgehen sollte. Zwischen Genie und Wahnsinn ist oft nur ein schmaler Grad. Allerdings sollte Musk so langsam klar werden, dass es sich bei den Finanzmärkten nicht um seine private Spielwiese handelt, auf der er sich austoben kann, wie er möchte. 

 

Wer jetzt denkt, dass das Thema Dogecoin für Elon Musk kein Thema mehr ist, der hat sich geirrt.

Wie wenn nicht über Twitter vermeldete der Tesla-Chef, dass er mit den Doge-Entwicklern an der Verbesserung der Effizienz von Systemtransaktionen arbeite und es potentiell vielversprechend sei. Wie nicht anders zu erwarten, stieg der Kurs des Dogecoin erneut massiv an. Obwohl Musk den Dogecoin zuvor im TV als "Hustle" bezeichnet hatte, stieg die Marktkapitalisierung des Dogecoin nach dem Tweet von knapp 40 Milliarden US-Dollar auf 65 Milliarden US-Dollar.

 

Es ist unglaublich wie sehr Musk die Märkte beeinflussen kann. Wie ein Dirigent lässt er die Kurse nach seinem Belieben steigen oder fallen. 

Unter Marktmanipulation wird die verbotene Einflussnahme von Marktteilnehmern auf die Marktentwicklung verstanden. Nach dem Verhalten von Elon Musk in den letzten Wochen dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, ehe die Börsenaufsicht ernsthaft beginnt, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Ein weiteres Beispiel gefällig?

Anfang des Jahres hatte Tesla verkündet, Bitcoin im Wert von insgesamt 1,5 Milliarden US-Dollar erworben zu haben. Gleichzeitig kündigte Musk an, dass der Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel für einen Tesla akzeptiert werde. Natürlich beflügelten diese Aussagen den Kurs des Bitcoin und ließen ihn neue Allzeithochs erreichen.

Soweit so gut.

Nun kündigte Tesla an, den Bitcoin doch nicht mehr als Zahlungsmittel zu akzeptieren und den Handel mit der Kryptowährung einzustellen. Der Grund dafür seien Umweltbedenken. Diese Entscheidung sei insbesondere auf den stark ansteigenden Verbrauch fossiler Brennstoffe für die Herstellung von Bitcoins sowie deren Transaktionen. 

 

Eine fadenscheinige Ausrede, wird dies dem Bitcoin doch bereits seit längerem vorgeworfen. Dies dürfte auch Elon Musk nicht entgangen und bereits bei Erwerb der Bitcoins im Februar bewusst gewesen sein. Allerdings reichte es aus, um den Bitcoin-Kurs erneut gen Süden zu schicken.

 

Es ist einfach unglaublich, wie Elon Musk den Markt der Kryptowährungen immer wieder nach Belieben beeinflusst. Für mich stellt sich die Frage wie lange noch?

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