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Inflationsängste an der Börse

Die Zahl der Geimpften steigt weltweit immer weiter an. Auch in Deutschland ist bereits jeder fünfte Deutsche vollständig geimpft. Die Inzidenzen sinken weiter und mit den niedrigen Inzidenzen kehrt mehr und mehr Normalität zurück in unser Leben. Urlaubsorte öffnen ihre Pforten, der Einzelhandel öffnet ohne notwendige Termine für eine Vielzahl an Kunden ebenso wie Restaurants und Biergärten und des Deutschen liebster Sport, der Fußball, findet nicht mehr vor leeren Zuschauerrängen statt. Bei der nächste Woche beginnenden Europameisterschaft, auf die ich mich schon riesig freue, werden bei den Spielen in München sogar 14.000 Fans im Stadion zugelassen. Auch wenn es wohl noch dauern wird, bis es sich anfühlen wird wie vor der Pandemie, ist es doch mehr als erfreulich, dass unser altes Leben Stück für Stück zurückkehrt.

Doch mit der sich erholenden Wirtschaft steigen an der Börse auch die Inflationssorgen. 

In den USA wurden im Mai mit 978.000 Arbeitsplätzen beinahe eine Million neue Jobs geschaffen. Gerechnet wurde nur mit 650.000 Arbeitsplätzen. Grundsätzlich sind das erfreuliche Nachrichten, jedoch birgt die starke Erholung der Wirtschaft in Verbindung mit den Billionen schweren Hilfspaketen für die Wirtschaft auch Inflationsgefahren sowie das Risiko von Zinserhöhungen. 

 

Doch schauen wir zunächst einmal, um was es sich genau bei der Inflation handelt. Unter Inflation versteht man eine Steigerung des Preisniveaus von Gütern und Dienstleistungen. Man spricht auch von der Teuerungsrate. Die Steigerung des Preisniveaus bedeutet gleichzeitig auch einen Wertverlust der Kaufkraft des Geldes. Steigen die Preise an, kann man sich mit 100 € weniger leisten, als zu niedrigen Preisen.

Durch die Preissteigerung von Gütern und Dienstleistungen werden die Produktionskosten für die Unternehmen teurer. Die Unternehmen wiederum erhöhen die Preise ihrer Produkte und geben so die Mehrkosten an die Kunden weiter. Die Kunden wiederum können sich weniger von ihrem Geld leisten, sodass ihr Kaufverhalten zurückgeht und sie ihr Konsumverhalten aufschieben.

 

Allerdings ist eine gewisse Inflationsrate durchaus nützlich und wird versucht dauerhaft zu erreichen. So strebt die Europäische Zentralbank eine dauerhafte Inflationsrate von 2% an. 

Denn durch eine regelmäßige Steigerung der Preise, kann eine Wirtschaft angetrieben werden. Unternehmen können durch die höheren Preise mehr Geld investieren und so ihre Produktivität steigern. Zudem werden Unternehmen so angetrieben, zu forschen und neue Produkte zu entwickeln. 

Kritisch wird eine Inflation nur, wenn sie galoppierend daherkommt, wie es 1923 der Fall war. Die Preise stiegen unaufhörlich innerhalb kürzester Zeit, das Geld war nichts mehr wert. Ein Laib Brot kostete beispielsweise 5,6 Milliarden Mark, die Menschen mussten mit Schubkarren voller Geld zum Einkaufen und die Kinder spielten in den Straßen mit Geldbündeln.

 

Dass es heute soweit kommt, damit ist eher nicht zu rechnen. Den Notenbanken stehen verschiedene Instrumente zur Verfügung, um einer Inflation entgegenzuwirken. In Zeiten von Nullzinsen kommt da beispielsweise eine Zinserhöhung in den Sinn, um die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes zu sinken, die zusätzliche Kreditaufnahme einzudämmen und die Menschen zum Sparen zu bewegen.

Aller Voraussicht nach werden die Preise in Zukunft weiter steigen, dabei sind auch zwischenzeitlich Erhöhungen von mehr als 2% möglich. Im Mai betrug die Inflationsrate beispielsweise 2,5%, so hoch wie zuletzt vor 10 Jahren. Eine Hyperinflation ist jedoch nicht zu erwarten.

Es stellt sich nun die Frage, wie man sein Vermögen vor der Inflation schützen kann. Schließlich will man nicht, dass das Geld auf dem Girokonto oder Sparbuch versauert und von der Inflation aufgefressen wird. Wobei, bei so manchem bin ich mir da nicht so sicher, wie unser Finanzminister Olaf Scholz zeigt.

 

Als Mittel gegen Inflation bieten sich Sachwerte an. Geldwerte wie beispielsweise Konto- oder Sparguthaben sind hingegen ungeeignet.

Der wohl bekannteste und älteste Inflationsschutz ist Gold. Seit Jahrhunderten gilt das glänzende Edelmetall als Wertspeicher. So konnte bereits vor über 2000 Jahren im alten Rom mit einer Unze Gold eine gute Tunika gekauft werden. Ein guter Anzug kann heutzutage ebenfalls für den Preis einer Unze Gold erworben werden. Dabei bietet es sich an, Gold in kleinerer Stückelung zu erwerben. Einer der Nachteile von Gold ist neben der Lagerung, dass es keinerlei Cashflow in Form von Zinsen oder Dividenden generiert. Dafür es ist jedoch auch nicht gedacht. Sein Mehrwert liegt in der Wertaufbewahrung.

 

Einen weiteren Inflationsschutz bieten Aktien. Dabei sei jedoch nicht an hochspekulative Technologie- oder Wasserstoffaktien gedacht. Vielmehr sind Aktien von Versorgungsunternehmen oder Unternehmen, die nichtzyklische Konsumgüter herstellen geeignet. Produkte von Unternehmen wie Unilever, Procter&Gamble oder Johnson&Johnson werden über alle Konjunkturphasen nachgefragt. Bevor an Lebensmitteln oder Hygieneprodukten gespart wird, wird zunächst in der Regel an allem anderen gespart. Zudem können die Unternehmen steigende Produktions- und Lohnkosten an die Kunden weitergeben. 

 

Es bleibt damit festzuhalten, dass eine erhöhte Preissteigerung in den nächsten Monaten durchaus möglich ist und auch bereits zu spüren ist. Eine Hyperinflation ist jedoch nicht zu erwarten. 

Als Inflationsschutz bieten sich Sachwerte wie Gold und Aktien an.

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