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Droht den FAANG-Aktien eine Aufspaltung?

 

Apple war die erste Aktie in meinem Depot, die sich im Wert verdoppelt hat. Mittlerweile habe ich mit Alphabet meinen zweiten 100%ter im Depot, worüber ich mich sehr freue. Beide Aktien halte ich bereits seit ca. 3 Jahren. Sie gehören zu den ersten Aktien, die ich erworben habe. Und ich werde sie noch viele weitere Jahre halten. Verkaufen möchte ich sie nicht. Zu sehr bin ich von beiden Unternehmen überzeugt. Der Zinseszins sind vollends zur Entfaltung kommen. Der wichtigste Faktor für den Zinseszins ist die Zeit.

 

Es bestätigt mich aber erneut darin, Aktien lange zu halten und Buy&Hold zu betreiben. In den ersten zwei Jahren, nachdem ich Alphabet gekauft hatte, entwickelte sich die Aktie bestenfalls seitwärts. Nach meinem Kauf ging es unter die 1000€-Marke und bewegte sich dann lange Zeit in diesem Bereich. Erst innerhalb des letzten Jahres legte sie eine regelrechte Rallye hin und steht mittlerweile bei über 2000€.  Weder die Seitwärtsphase noch der rasante Anstieg haben bei mir auch nur einen Gedanken an einen Verkauf aufkommen lassen. Natürlich ist durch Gewinnmitnahmen noch niemand arm geworden, wie so eine schöne Börsenphrase heißt. Allerdings möchte ich meine besten Pferde im Stall behalten und sie nicht abgeben. Ich möchte so lange wie möglich an hervorragenden Unternehmen beteiligt sein. 

 

Chart der Alphabet-Aktie                      (Quelle: Aktienfinder.net)
Chart der Alphabet-Aktie (Quelle: Aktienfinder.net)

 

Seit Monaten und Jahren kommen jedoch immer wieder die Forderungen auf, Unternehmen wie Amazon, Alphabet oder Apple aufgrund ihrer marktbeherrschenden Stellung zu regulieren und zu zerschlagen. Es wird beabsichtigt, die bereits bestehenden Monopole einiger Unternehmen zu beseitigen. Neben eines Missbrauchs ihrer bereits bestehenden Marktstellung soll zudem verhindert werden, dass Konkurrenten aufgekauft und übernommen werden.

So wird Apple vorgeworfen, seine Stellung innerhalb des AppStores zu missbrauchen. Demnach würde Apple beispielsweise die eigenen Apps wie Apple Music im App Store gegenüber Konkurrenten wie Spotify bevorzugen, was ein marktmissbräuchliches Verhalten darstellen würde. Eigene Apps von Apple werden den Nutzern priorisiert angezeigt werden. Gleichzeitig müssen die Konkurrenten dann noch einen Teil des Umsatzes an Apple selbst abführen. Die Bevorzugung eigener Produkte gilt darüber hinaus auch für den Online-Store von Apple. 

 

Auch Amazon steht seit längerem unter Beobachtung der Kartellbehörden. So würde Amazon auf seiner Handelsplattform seine eigenen Produkte gegenüber Produkten von Drittanbietern bevorzugen. Gefordert wird eine Abspaltung des Marktplatz- und Handelsgeschäftes. Bereits vor der Corona-Krise konnte Amazon seine Marktstellung immer weiter ausweiten, die während der Krise, so wie der gesamte Onlinehandel, einen weiteren Boom erlebte. Neben dem Marktplatz könnte zudem der AWS-Bereich sowie der Logistikbereich abgespalten werden. 

Eine marktbeherrschende und -missbrauchende Stellung im Suchmaschinenmarkt sehen die Kartellbehörden bei Alphabet. Aufgrund des Chrome Browsers sowie des Android Betriebssystems nimmt Google beinahe 90% des Suchmaschinenmarktes ein. Wer nutzt heutzutage schon andere Suchmaschinen, ja wer kennt denn überhaupt noch andere Suchmaschinen wie Bing oder Yahoo? Google ist und bleibt die Standardsuchmaschine. Schließlich hat sich der Begriff "googlen" für das recherchieren im Internet durchgesetzt. 

Diese marktbeherrschende Stellung soll Alphabet missbrauchen, um eigene Produkte bevorzugt anzuzeigen und zu vermarkten.

 

Was bedeutet eine Aufspaltung für die Anleger?

Für die Anleger muss eine Zerschlagung oder Abspaltung einzelner Unternehmensbereiche keinen Nachteil bedeuten.

Zunächst einmal bleibt festzuhalten, dass bereits seit Jahren versucht wird die marktbeherrschende Stellung der Unternehmen zu bändigen. Seitdem gewannen die Unternehmen jedoch weiterhin an Einfluss. Insbesondere innerhalb des letzten Jahres konnten die Tech-Werte weitere Marktanteile gewinnen.  Bis es schließlich wirklich zu einer Abspaltung kommt, dürfte noch einiges an Zeit vergehen. Wahrscheinlicher ist sogar eher eine selbständige Abspaltung seitens der Unternehmen. Diese wissen natürlich um die Absicht der Kartellbehörden und kümmern sich intern um eine für sie ideale Lösung. Wird der Druck seitens der Allgemeinheit und der Behörden immer größer für eine Abspaltung, schaue ich als Unternehmen, dass ich diese zu meinen günstigsten Bedingungen durchführe.

 

Auf der anderen Seite kann eine Aufspaltung von Unternehmensanteilen für den Aktionär durchaus attraktiv sein. Denn häufig sind die einzelnen Anteile isoliert mehr wert als in Summe. An der Börse gibt es quasi einen Konglomeratsabschlag. So wird beispielsweise der Logistikbranche von Amazon alleine ein Wert von ca. 230 Milliarden US-Dollar angegeben. Der Logistikbereich wäre damit alleine mehr wert, als Unternehmen wie Coca Cola oder McDonalds. 

Nicht nur dass durch eine solche Aufspaltung Vermögenswerte freigesetzt werden, die einzelnen Bereiche könnten durch eine stärkere Konzentration auf ihr Kerngeschäft zudem noch schneller wachsen.

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