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Der Zugang zur Börse war nie so leicht - Lass dich nicht zum Traden verleiten

Wir leben in einer immer schnelllebigeren Zeit. Neuigkeiten verbreiten sich innerhalb von Minuten über Social Media und die Nachrichten. Wir werden heutzutage regelrecht davon überflutet. Nicht selten fällt der Begriff der Informationspornographie, der wir tagtäglich ausgesetzt sind. Es fällt schwer sich dem zu entziehen, wir werden überall davon betroffen. Eine Newsdiät kann ab und an mal nicht schaden.

Das gilt ebenfalls für die Börse. Jeden Tag erhalten wir Unternehmensnachrichten, Umsatzprognosen, Skandale und künftige Innovationen mitgeteilt. Heute geht Unternehmen X an die Börse und morgen Unternehmen Y. Nie war der Zugang zu Informationen so leicht und umfangreich wie heute. Neben den Investor Relations auf den Homepages der verschiedenen Unternehmen,  lassen sich Geschäftsberichte und Kennzahlen ganz leicht online recherchieren. Innerhalb weniger Minuten lassen sich notwendige Informationen über Unternehmen herausfinden. 


Aktienkurse können sekündlich verfolgt werden, die Schwankungen werden im Echtzeitkursen wiedergegeben. Der Kauf einer Aktie ist ebenfalls in kürzester Zeit erfolgt. Nur wenige Klicks sind nötig, um eine Aktie ins Depot gebucht zu bekommen. Darüber hinaus sind mittlerweile Aktienkäufe kostenlos oder nur gegen geringe Gebühren möglich. 

Die Zeiten, in denen es mehrere Tage beim Kauf einer Aktie dauerte, bis diese im Depot eingebucht war, kenne ich nur aus Büchern und Erzählungen. Gleiches gilt für das nachschauen der Aktienkurse im Videotext und das Einzeichnen dieser auf Millimeterpapier. Für eine Kauf- oder Verkaufsorder extra zur Depotbank zu laufen und dem Bankangestellten die Order mitzuteilen ist ebenfalls seit längerem Geschichte. Es ist verglichen mit der heutigen Zeit wirklich schwer vorstellbar, wie viel Zeit zwischen der Kauforder und der Einbuchung der Aktie im Depot verging. Genauso ist es mit horrenden Depotführungsgebühren sowie Orderkosten von 10€ und mehr. Auch diese sind heute kaum bis gar nicht mehr vertreten.

 

Natürlich sind die heutigen Möglichkeiten zu begrüßen und vorteilhaft bei der Geldanlage. Informationen im Überfluss, geringe Gebühren und schnelle Orderabwicklungen. Der Zugang zur Geldanlage in Aktien wird für einen immer größeren Teil der Gesellschaft ermöglicht.
Allerdings kann man dies auch kritisch sehen. Aufgrund der Möglichkeiten neigen viele Anleger zu Spekulationen und traden hin und her. Wenn eine Transaktion kaum bis keine Kosten verursacht und die Kaufabwicklung nur wenige Sekunden dauert, lässt man sich deutlich schneller dazu hinreißen eine Aktie bereits nach kurzer Haltedauer zu verkaufen. Über die neuen Handybroker neigt man schnell zur Spekulation.
Anders sah es früher aus, als eine Transaktion mehrere Tage dauerte und auch noch erhebliche Kosten verursachte. Da überlegte man sich zweimal, ob man eine Aktie kaufte oder verkaufte. Bei den damaligen Transaktionskosten galt der Börsenspruch "Hin und her macht Taschen leer" mehr denn je. 

Ich persönlich begrüße die Entwicklungen sehr. Sie bringen mehr Leute an die Börse, indem der Zugang zu Aktien immer leichter wird. Die Aktionärskultur in Deutschland muss definitiv gefördert werden, um mehr Wohlstand zu schaffen und privat für das Alter vorzusorgen.
Jedermann kann mittlerweile ganz leicht ein Depot eröffnen und zu geringen bis gar keinen Gebühren für bereits kleine Beträge Aktien kaufen. Etf- und Aktiensparpläne sind zum Teil kostenlos oder für geringe Gebühren einrichtbar. Darüber hinaus kann bereits mit Kleinstbeträgen begonnen werden, sein Geld zu investieren.


Ich werbe jedoch dafür, persönlich etwas an Tempo rauszunehmen. Man sollte sich nicht von den unzähligen täglichen Nachrichten verrückt machen lassen. Schon gar nicht sollte in irgendwelchen Reddit-Foren nach der nächsten Sau geschaut werden, die durchs Dorf getrieben wird. Für mich hat häufiges Traden nichts mit langfristiger Geldanlage zu tun. Darüber hinaus ist es meiner Meinung nach wichtig, sich im Bereich Geldanlage und Vermögensaufbau weiterzubilden. Dies sollte mehr und mehr gefördert werden. 

Es gibt genug Beispiele von Lottogewinnern, die über Nacht zu Millionären wurden, innerhalb kürzester Zeit jedoch nahezu alles wieder verprasst haben, weil sie eine falsche Einstellung zum Thema Geld und Vermögensaufbau hatten.

 

 

 

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