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Für den Großteil der Anleger wären Kostolanys Schlaftabletten hilfreich

Der Börse eilt der Ruf als Ort der Spekulation und der großen Schwankungen und Verluste voraus. Fragt man einen Passanten auf der Straße, ob er in Aktien investiert sei, würde die Antwort mit hoher Wahrscheinlichkeit lauten: "Nein, das ist viel zu risikoreich". Anstatt ihr Geld an der Börse in global agierende Weltmarktführer zu investieren, horten viele Menschen ihr Geld auf dem Bankkonto, wo dieses im besten Fall nur von der Inflation aufgefressen wird und im schlimmsten Fall sogar noch Negativzinsen zum Verhängnis fallen.

Selbstverständlich birgt die Anlage in Aktien an der Börse ein Risiko. Überall wo die Chance auf eine Rendite besteht, ist das Risiko die Kehrseite dessen. Eine risikolose Rendite gibt es nicht. Allerdings gibt es verschiedenste Wege, das Risiko an der Börse zu minimieren. Eine breite Streuung über verschiedene Branchen und Länder kann das Risiko überschaubar machen. Ganz auszuschließen ist es nie. Dennoch kann ich nicht verstehen, weshalb so viele Menschen ihr Geld auf dem Sparbuch verrotten lassen, wo es definitiv weniger wert wird, ohne auch nur den Hauch einer Rendite zu erwirtschaften, anstatt es zu einem moderaten Risiko zu investieren, wo es sich mit einer Marktrendite von 6-8% pro Jahr vermehren kann. 

Ein sicherer Verlust wird einer möglichen Rendite vorgezogen. Recht amüsant, wäre es nicht so traurig.

 

Die große Angst vor Verlusten und Schwankungen wurde über Jahre aufgebaut. Große Krisen werden immer wieder herangezogen, um die Börse und das Investment in Aktien schlecht zu reden. Entsprechend ist es an der Zeit, die Angst mehr und mehr abzubauen, damit mehr aus dem vorhandenen Geld gemacht und mit der Zeit ein Vermögen aufgebaut werden kann. Krisen gehören zu einem Börsenzyklus dazu und tauchen regelmäßig auf. 

Die Angst vor Verlusten ist so groß, dass viele die Schwankungen an der Börse nicht aushalten. Eine Aktie kann heute 5% mehr wert sein als gestern und morgen um 10% fallen. Dabei nehmen wir Menschen Verluste viel stärker wahr, als Gewinne. Ein Verlust wiegt viel schwerer auf unser Unterbewusstsein als ein größerer Gewinn. Dabei muss man sich klar werden lassen, dass Schwankungen an der Börse dazugehören. Nur weil eine Aktie an einem Tag um 10% fällt, bedeutet es nicht, dass das Unternehmen tatsächlich weniger wert ist, als noch vor einem Tag, sondern dass der Markt an diesem Tag nur bereit ist, genau diesen Preis für einen Anteil an dem Unternehmen zu zahlen. In der Regel erwirtschaftet das Unternehmen weiterhin wachsende Umsätze und Cashflows. 

 

Um zu verdeutlichen, dass Aktien langfristig steigen, schaue ich mir gerne Aktiencharts von erfolgreichen Unternehmen über verschiedene Zeiträume an. 

Der Aktienchart eines Tages oder eines Monates gleicht einer Achterbahnfahrt. Es geht auf und ab und die Richtung in die es letztendlich geht, ist noch nicht vorherzusehen. Schaut man sich den Aktienchart eines Zeitraumes von 1-3 Jahren an, so sieht man immer noch Schwankungen. Diese fallen in der Regel jedoch weniger stark aus im großen und ganzen betrachtet. Zudem ist eine erste Tendenz zu erkennen, dass es vom Beginn links unten, zum Ende des Betrachtungszeitraumes langsam nach rechts oben steigt.

Noch deutlicher wird dies bei Zeiträumen von mehr als 10 Jahren. Dort sind die Schwankungen kaum mehr zu sehen. Lediglich größere Krisen lassen sich im Chart erkennen. Jedoch geht dieser bei erfolgreichen Unternehmen in der Regel von links unten nach rechts oben. 

 

Aus genau diesem Grund würden die von Andre Kostolany empfohlenen Schlaftabletten einem Großteil der Anleger gut tun. Sie können mit den kurzfristigen Schwankungen an der Börse nicht umgehen. Aufgrund dessen kommt es oft zu falschen Entscheidungen. Aktien werden mit Verlust viel zu früh verkauft, anstatt Krisen auszusitzen. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass erfolgreiche Unternehmen langfristig im Wert steigen werden. 

 

Wie sieht es bei dir aus? Kannst du mit den Schwankungen an der Börse umgehen?

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