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Leserinterview: Familienvater Pascal, 28, investiert knapp 30.000 € auf einen Schlag

 

Ich wurde kürzlich von einem Leser angeschrieben, der zu mir meinte, dass er jüngst 30.000€ an der Börse investiert hat. Ich war mehr als beeindruckt und nach einem kleineren Austausch kam die Idee zu einem kleinen Leserinterview. Sofort erklärte Pascal sich bereit einige Fragen zu seiner Person und seinem Werdegang zu beantworten.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen des ersten Interviews auf dem CashflowInvestor-Blog und würde mich über ein Feedback eurerseits freuen.

 

Frage 1: Wer bist du und was machst du beruflich?

Mein Name ist Pascal, ich bin 28 Jahre alt und wohne in Essen. Ich bin als Bankkaufmann in der Kundenberatung tätig und mache zurzeit meinen Bachelor im Finanzmanagement an einer Fernuniversität.

In meiner Tätigkeit als Kundenberater berate ich Kunden bezüglich ihres Vermögensaufbaus mit Wertpapieren an der Börse. Darüber hinaus bilde ich mich nach der Arbeit privat hinsichtlich der Profitabilität und dem Wachstum von Unternehmen weiter.

Frage 2: Seit wann bist du an der Börse aktiv und wie bist du zur Börse gekommen?

Dass eine Affinität zur Börse und zum Investieren in Einzelunternehmen besteht, habe ich schon sehr früh erkannt. Schon bevor ich ein eigenes Einkommen hatte interessierte ich mich für das Thema Geldanlage. Leider funktioniert der Vermögensaufbau ohne Einkommen nicht. Wie du bereits mehrfach in deinem Blog geschrieben hast, gibt es gewisse Voraussetzungen zum Investieren.

An erster Stelle steht das Verdienen von Geld, welches im zweiten Schritt gespart und im dritten Schritt investiert wird. 

Während meiner Ausbildung habe ich überwiegend in Aktien- und Dachfonds investiert, da dort die Rendite/Sicherheit ausgeglichen war und mein Einkommen ja entsprechend gedeckelt war. Als mein Einkommen schließlich groß genug war, um mich, meine Familie und meinen Lebensstandard zu finanzieren, wusste ich, dass jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen war, um in Einzelaktien zu investieren.

Darüber hinaus: Möchten Sie von einem Kundenberater zum Thema Wertpapiere beraten werden, der selbst keine besitzt? 

Frage 3: Wie hoch ist deine monatliche Sparquote?

Ich muss gestehen, dass diese nicht all zu hoch ist. Ich investiere durch Sparpläne monatlich 200 € in bereits von mir investierte Unternehmen. Meine persönliche Einstellung ist, dass ich durch Einzelkäufe ein Fundament lege und das Fundament mit meiner monatlichen Sparrate pro Unternehmen Schritt für Schritt aufbaue. Auf diese Weise kann ich gleichzeitig meinen Einstiegskurs bei Kursschwankungen entsprechend korrigieren.

Frage 4: Wie schwer ist es, neben dem Kostenpunkt "Familie" noch Geld zum investieren zu sparen?

Auf die Frage gibt es keine klare Antwort. Es lässt sich nicht einfach sagen, dass es leicht oder schwer ist. Vielmehr ist immer ein Blick auf die Ziele und die persönlichen Verhältnisse erforderlich. Auf der einen Seite ist meine maximale Sparquote nur so hoch, dass meine Familie und ich uns nicht beeinträchtigen. Von Frugalismus halte ich persönlich nicht viel. Auf der anderen Seite hat man auch eine gewisse Motivation um sein Ziel zu erreichen.

Wenn man eine Familie hat, muss man neben seinem Vermögensaufbau noch weitere liquide Mittel haben, um kurzfristige Anschaffungen ohne eine Kontoüberziehung beschaffen zu können. Mein Tipp ist dort: 3 Monatsgehälter als Reserve zu belassen, mindestens aber 5000€ für kurzfristige Anschaffungen. Ein persönlicher Absicherungspuffer also. Es gibt beim Vermögensaufbau nichts schlimmeres, als aufgrund privater Liquiditätsprobleme an sein Depot ranzumüssen.

Frage 5: Was für eine Anlagestrategie verfolgst du?

Ich setze überwiegend auf Wachstumsaktien. In erster Linie spekuliere ich auf Kursgewinne und einen gewissen Zinseszins-Effekt. 

Dividenden spielen für mich persönlich eine untergeordnete Rolle. Sie sind zwar nett, werden aber auch sofort investiert. Ein Investmentkriterium sind sie für mich jedoch nicht. Die Lager zwischen Dividendenanleger und Wachstumsanleger sind beinahe so alt wie die Börse selbst. Beide Typen können Erfolg haben, ich habe beide Aktientypen im Depot.

 

Wenn man einen Blick in mein Depot wirft, fällt sofort auf, dass ich überwiegend in Tech-Aktien investiert bin, die auf künstliche Intelligenz oder Industrie 4.0 setzen. Als weitere Ergänzung habe ich aus Gründen der Diversifikation weitere Titel in mein Depot gelegt, die in meinen Augen nicht zu überbewertet sind und für eine gewisse Konstanz sorgen sollen. 

 

Bei den meisten Unternehmen die ich erwerbe bin ich selbst Kunde. Ich schaue, welche Dienstleister oder Konsumgüter ich verzehre oder in Anspruch nehme und investiere dort.

Frage 6: Erst kürzlich hast du knapp 30.000€ in den Aktienmarkt investiert. Ganz schön mutig einen so großen Betrag auf einmal zu investieren oder?

Das finde ich nicht. Wie ich schon gesagt habe, lege ich gerne ein Fundament mit einer gewissen Anzahl an Aktien und korrigiere den Einstiegskurs mit monatlichen Sparplänen. Auf diese Weise profitiere ich bei Kursschwankungen vom Cost-Average-Effekt. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich die Einzelinvestitionen auf lange Sicht auszahlen werden. 

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Frage 7: Bist du neben Aktien noch in weiteren Investmentklassen investiert?

Jaein, zur Zeit finde ich keine weiteren Anlagemöglichkeiten interessant. Mit Aktien, Unternehmensbewertungen und Konjunkturschwankungen kenne ich mich aus. Dahinter steckt eine gewisse Kalkulation, auch wenn Über- und Untertreibungen immer wieder dazugehören. Bei Kryptowährungen handelt es sich meiner Meinung nur noch um Zockerei in Milliardenhöhe. 

Ein Anlagewunsch den ich jedoch noch habe: Ich würde gerne in ein Start-Up investieren und das mit meinem Vermögen (zusammen mit weiteren Kapitalgebern) und meinem Wissen an die Börse begleiten. Solange dieser Wunsch nicht in Erfüllung geht, bleibe ich bei Aktien.

Frage 8: Wie bildest du dich bezüglich den Themen Finanzen, Börse und Investments weiter?

Mit ständigem Wissenszufluss über verschiedene Internetseiten, YouTube-Videos und sehr viel Eigenrecherche.

Frage 9: Welchen Ratschlag würdest du jemandem geben, der sein Geld an der Börse investieren möchte, aber noch keinerlei Erfahrungen hat?

Lernen Sie die Börse kennen, informieren Sie sich wie die Kurse verschiedener Indizes wie beispielsweise vom DAX oder S&P 500 sich auf Sicht von 10-20 Jahren entwickelt. Der Blick auf die Realität zeigt natürlich nur die Vergangenheit, aber es sollte in der Regel ausreichen, um zu erkennen, dass bei hinreichendem Anlagehorizont, an der Börse bislang immer eine positive Rendite zu erreichen war. 

Versuchen Sie es, mit Geld, dass Sie nicht zwingend brauchen und ich kann Ihnen sagen, dass es bei den ersten Kursanstiegen nicht das letzte Geld sein wird, dass Sie investieren.

 

 

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Pascal für das interessante Interview und die vielen verschiedenen Blickwinkel und Ansätze, die das Interview gebracht hat.

Lasst mich gerne wissen, wenn euch das Interview gefallen hat. Genauso könnt ihr mir gerne Schreiben, wenn ihr etwas spannendes zu erzählen habt und auch interviewt werden möchtet.

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