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Stop-Loss-, Limit- und Marketorder: Die gängigsten Ordertypen erklärt

Als ich vor über drei Jahren meine ersten Aktienkäufe getätigt habe, wurde ich beim Kauf jedesmal gefragt, ob ich den Kauf als Market- oder Limitorder tätigen wolle. Völlig unerfahren, hatte ich natürlich keine Ahnung, was die Begriffe bedeuten und worin die Vor- und Nachteile der einzelnen Ordertypen liegen. 

Ich kann mir vorstellen, dass es nicht nur mir so ging, sondern viele Börsenneulinge mit den verschiedenen Ordertypen nicht viel anfangen können. Umso hilfreicher sollte die nun folgende Erläuterung der gängigsten Ordertypen sein:

Market-Order:

Bei einer Market-Order wird der Kauf einer Aktie schnellstmöglich zum bestverfügbaren Preis durchgeführt. Der Zweck hinter einer Market-Order ist also eine schnelle Realisierung des Kaufs, wenn man mit den aktuellem Marktpreis zufrieden ist. 

Oft gibt es noch Zusätze wie "billigst" oder "bestens", die etwas in die Irre führen können. Die Aktie wird dann nicht zum "billigsten" oder "besten" Preis in das Depot gebucht, sondern zum schnellstmöglichen Zeitpunkt, unabhängig von dem bestehenden Preis. Je nach Liquidität des Marktes und Handelsvolumen der Aktie kann der Kauf- bzw. Verkaufspreis dann stark vom Wunschpreis unterscheiden.  

So empfiehlt es sich beim Kauf wenig gehandelter Titel oder in Zeiten einer geringen Marktliquidität nicht auf eine Market-Order zurückzugreifen.

 

Limit-Order:

Bei einer Limit-Order kann festgelegt werden, zu welchem Preis eine Aktie gekauft oder verkauft werden soll. So kann festgelegt werden, dass eine Kauf-Order durchgeführt werden soll, wenn der Kurs unter den Marktpreis auf einen bestimmt festgelegten Preis fällt. Genauso kann festgelegt werden, dass eine Aktie verkauft werden soll, wenn ein bestimmter Wunschkurs erreicht wird. Der Kauf oder Verkauf wird dann zum gewünschten Kurs oder besser durchgeführt. Besser bedeutet in diesem Falle, dass beispielsweise bei einer Kauflimit-Order von 300€, der erste Kurs, der bei erreichen der 300€-Marke bei möglicherweise 299,50€ geboten wird. So wird die Aktie dann trotz Limit von 300€ zu einem noch besseren Wunschkurs von 299,50€ eingebucht.

 

Im Gegensatz zur Market-Order geht es also nicht um eine schnellstmögliche Kaufabwicklung, sondern um eine Ausführung zum Wunschpreis. Insbesondere bei wenig gehandelten Titeln mit hohen Spreads zwischen Kauf- und Verkaufskurs lohnt sich ein Kauf über eine vorher festgelegte Limit-Order.

Zudem kann die Dauer festgelegt werden, für die die Limit-Order gültig sein soll. So kann sie nur tagesgültig sein oder aber auch für ein Jahr gelten sollen.

 

Ich persönlich nutze in der Regel auch Limit-Orders. Habe ich eine Aktie gefunden, die ich gerne erwerben möchte, gebe ich eine Order mit einem bestimmten Kurspreis auf, zu dem ich die Aktie gerne in mein Depot gebucht haben möchte. 

Stop-Loss-Order

Bei einer Stop-Loss-Order wird, ähnlich wie bei einer Limit-Order, eine Transaktion zu einem vorher festgelegten Kurs durchgeführt. Während bei einer Limit-Order jedoch zu einem besseren Kurs ge- oder verkauft werden will, dient die Stop-Loss-Order dazu, einen schlechteren Kurs vorher zu bestimmen, zu dem eine Transaktion durchgeführt werden soll. 

 

Nun mag man sich fragen, weshalb man vorher einen schlechteren Kurs angeben sollte, zu dem eine Transaktion durchgeführt werden soll. Der Sinn und Zweck dahinter ist eine Begrenzung der Verluste bzw. Absicherung der Gewinne. 

So kann man beispielsweise festlegen, dass eine Aktie verkauft werden soll, wenn sie 10% unter ihren aktuellen Kurs fällt. Auf diese Weise wird der Verlust auf diese 10% begrenzt und mögliche bisher eingetretene Gewinne gesichert.

 

Persönlich habe ich noch keine Stop-Loss-Order durchgeführt. Ich betreibe einen Buy & Hold Ansatz und sehe es wie die Börsenlegende André Kostolany: Wer die Aktien nicht hat wenn sie fallen, der hat sie auch nicht wenn sie steigen. Aktien können kurzfristig deutlich schwanken, sodass ein Stop-Loss schnell erreicht und meine Aktien ausgebucht werden können. Ich möchte meine Aktien aber nicht verkaufen, sondern langfristiger Teilhaber an weltweit agierenden Unternehmen sein.

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