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Es ist an der Zeit zu kaufen, wenn Blut in den Straßen fließt

Der Titel des Beitrags klingt zugegeben sehr martialisch. Dieses berühmte Zitat geht zurück auf den Finanzier Baron Nathan Mayer Rothschild. Rothschild selbst machte nach der Schlacht von Waterloo gegen Napoleon ein Vermögen, indem er sich bereits während der napoleonischen Kriege der britischen Regierung als Bankier anbot.  Zu diesem Zeitpunkt lag das Land in Trümmern und die Panik herrschte vor. An Investitionen war zu diesem Zeitpunkt für den Großteil der Bevölkerung nicht zu denken.

 

Es fällt dem Menschen grundsätzlich sehr schwer, entgegen der Massen zu handeln. Wenn alle ihre Aktien verkaufen und die Angst und Panik die Oberhand gewinnt, fühlen wir uns wohler, wenn wir der Masse folgen und ebenfalls unsere Aktien auf den Markt werfen. Bloß weg mit dem Teufelszeug denken sich dann viele. Ob es rational klug ist, in solchen Momenten seine Aktien verlustreich zu verkaufen, interessiert die meisten dann nicht. Sie sind nur froh, damit nichts mehr zu tun zu haben. Die erlittenen Verluste wiegen dann nochmal weniger schwer, wenn man sieht, dass man nicht alleine da steht, dass auch andere sich die Finger verbrannt haben.

Doch nicht nur wenn Aktien enorm fallen neigen viele zu Überreaktionen, die rational unklug sind. Auch in Bullenmärkten, in denen alles nach oben schießt handeln viele unüberlegt. Aktie XY hat sich innerhalb der letzten Monate verdoppelt, das muss eine tolle Aktie sein, die wird weiter steigen, also alle Ersparnisse in die Aktie investieren. Der Großteil der Bevölkerung, der sich nicht mit der Börse auseinandersetzt, beginnt von Aktien zu sprechen und erste Käufe zu tätigen, wenn in den Nachrichten von traumhaften Renditen berichtet wird, die zuletzt an der Börse erzielt werden konnten und eine deutsche Tageszeitung mit vier Buchstaben zum Aktienkauf aufruft. 

 

Natürlich ist der beste Zeitpunkt, um mit dem Investieren zu beginnen immer jetzt. Jedoch durchlebt die Börse regelmäßig Zyklen, an denen man sich orientieren kann. Auf jeden Aufschwung folgt ein Abschwung, der von einem erneuten Aufschwung wieder abgelöst wird. Ist man sich dessen bewusst, ist es tatsächlich egal, wann man mit dem investieren beginnt. Die Zeit ist der wichtigste Unterstützer beim Vermögensaufbau. Doch sind sich leider viele Anleger, insbesondere diejenigen, die neu an die Börse kommen, dessen nicht bewusst. 

 

Wer in den letzten Jahren und Monaten an die Börse gefunden hat, hat bislang nur erfolgreiche Börsenzeiten erlebt. Zwar ging es zu Beginn der Corona-Krise ordentlich bergab mit den Kursen, doch kam die Erholung genauso schnell wie der Einbruch. Eine längere, über mehrere Monate oder gar Jahre andauernde Abwärtsphase haben die wenigsten, mich eingeschlossen, miterlebt. Dabei heißt es nicht umsonst, dass sich ein wahrer Investor erst in Krisenzeiten auszeichnet.

Denn wie heißt es so schön: Die großen Vermögen werden in der Krise geschaffen.

Zu investieren, wenn alles, selbst die Pommesbude um die Ecke, steigt, kann jeder (etwas überspitzt gesagt). Doch in einer Krise, in der so gut wie jeder aus Aktien raus will und seine Anteile aus blanker Panik auf den Markt wirft, dann einen kühlen Kopf zu bewahren und unterbewertete Aktien von wachstumsstarken Unternehmen einzusammeln, das ist der Weg ein großes Vermögen zu schaffen. Dies schaffen allerdings nur die Wenigsten.

 

Getreu dem Motto. Kaufen, wenn die Kanonen donnern, verkaufen, wenn die Violinen spielen. Ich selbst habe nicht vor meine Aktien zu verkaufen in den nächsten Jahren. Egal, ob sie enorm gestiegen sind oder deutlich fallen. Solange ich von den Unternehmen in meinem Depot überzeugt bin, werde ich sie behalten. Nur so kann ich dabei sein, wenn sie steigen. 

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