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Comeback der Dividendenaktien

In den letzten Jahren erfreuten sich Wachstumswerte einer immer größer werdenden Beliebtheit. Das galt und gilt Insbesondere für Technologiewerte, die großes Wachstum aufweisen. Viele Anleger waren auf der Suche nach dem nächsten Highflyer. Aufgrund der langen Zeit niedriger Zinsen war die teilweise sehr hohe Verschuldung vieler Unternehmen nur Nebensache. Wo billiges Geld den Markt flutet, kann man sich schließlich ruhig verschulden (Wehe der Wind dreht).


Starke Dividendenunternehmen mit hohen regelmäßigen Cashflows waren zu dieser Zeit unattraktiv. Konsumgüterunternehmen beispielsweise sind nunmal nicht so sexy und bieten nicht die großen Wachstumsfantasien wie hochspezialisierte Technologie-Unternehmen. Wozu sollte man sich mit einer Rendite von 7-8% inklusive Dividende zufrieden geben, wenn Wachstumswerte 20% Rendite und mehr einbringen können. 

Doch mit der Ankündigung, die Zinsen in den USA wieder anzuheben (mittlerweile wird von gar 7 Zinsanhebungen in diesem Jahr gesprochen!), geraten Wachstumswerte mehr und mehr unter Druck. Insbesondere unprofitable und hoch verschuldete Unternehmen, die sich in Zeiten des billigen Geldes leicht finanzieren konnten, geraten bei steigenden Zinsen in Probleme. 
Kein Wunder, dass die Kurse besagter Unternehmen in den letzten Wochen und Monaten deutlich nachgaben und teilweise regelrecht einbrachen. Bis zu 80% verloren einige Titel an Wert!!

In Zeiten von Inflation und steigender Zinsen gewinnen nun Dividendenaktien und Cashflowmaschinen mehr und mehr an Attraktivität. So können diese Unternehmen häufig die steigende Inflation durch Preiserhöhungen ihrer Produkte an die Kunden weitergeben und sind folglich weniger stark bis gar nicht davon betroffen. Und auch die steigenden Zinsen setzen ihnen aufgrund ihrer massiv erwirtschaftenden Cashflows weniger aus.

Ich persönlich bin als CashflowInvestor natürlich ein großer Freund von cashflowstarken Unternehmen und lege meinen Fokus in erster Linie auf ausschüttungsfreudige Dividendenunternehmen. Seit Beginn meiner Börsenkarriere investiere ich regelmäßig in Dividendenunternehmen, die mir immer wieder schöne kleine Ausschüttungen liefern, die sich so langsam mehr und mehr summieren. Neben meinen regelmäßigen Investments kommen noch Dividendensteigerungen der Unternehmen hinzu. Über Jahre und Jahrzehnte werden so die anfangs noch minimalen Geldeingänge zu regelrechten Einkommensströmen.

Auch in Deutschland steht und die Dividendensaison wieder bevor, deren Hochzeit im April und Mai läuft. In diesem Jahr sollen laut Schätzungen ca. 46 Milliarden Euro seitens der nun im DAX befindlichen 40 Unternehmen ausgeschüttet werden. Im Vergleich zum letzten Jahr wäre dies eine Steigerung von annähernd 40%. Zugleich würde dies einen Rekord in absoluten Zahlen darstellt, was die Ausschüttungen angeht, der bislang bei 38 Milliarden Euro liegt. 

 

Zurückzuführen ist die Rekordausschüttung in diesem Jahr zum einen auf den größer gewordenen DAX, der nun aus 40 und nicht mehr aus 30 Unternehmen besteht. Zum anderen können die einzelnen Unternehmen ihre Dividenden aber auch aufgrund der sich erholenden Weltwirtschaft steigern. So konnten die Unternehmen ihre operativen Erträge im Vergleich zum letzten Jahr deutlich steigern. 

 

Die Top-Ausschütter im DAX werden aller Voraussicht nach Mercedes-Benz (ehemals Daimler) und die Allianz sein. Mercedes-Benz wird nach Schätzungen in diesem Jahr insgesamt 4,4 Milliarden Euro an seine Aktionäre ausschütten und auch bei der Allianz-Versicherung sind es mit 4,3 Milliarden Euro nicht viel weniger an Dividenden, die an die Aktionäre ausgeschüttet werden. 

Und auch die Deutsche Bank schüttet in diesem Jahr wieder eine Dividende an ihre Aktionäre aus, nachdem diese die letzten drei Jahre gestrichen wurde. Insgesamt dürften seitens des Unternehmens 400 Millionen Euro ausgeschüttet werden.

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