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So wichtig ist ein Notgroschen: Eigene Erfahrungen

Bevor man beginnt, sein Geld an der Börse zu investieren, soll man zunächst einen Notgroschen ansparen und zur Seite legen. Geld, das im Bedarfsfall zur Verfügung steht, aber nur für Notfälle gedacht ist und das im besten Fall niemals angerührt wird. Allerdings tritt der berühmt berüchtigte Fall, dass die Waschmaschine oder das Auto kaputt geht und entsprechend repariert oder ersetzt werden muss, in der Tat das eine oder andere Mal ein. Für diese Fälle wird empfohlen, ca. 6 Monatsgehälter auf der hohen Kante zu haben. 

Ich habe nun am eigenen Leib erfahren, wie wichtig ein solcher Notgroschen sein kann. In den letzten Monaten lag mein Fokus voll und ganz auf meinen Examensprüfungen im Januar und der Vorbereitung auf diese. Alles andere drum herum habe ich ausgeblendet bzw. nach hinten geschoben. In dem Wissen, dass im Dezember 2021 die Hauptuntersuchung bei meinem Auto fällig ist, hatte ich mir vorgenommen, mich nach meinen Klausuren darum zu kümmern. So kam es dann, dass ich mich nach meinen Klausuren um mein Auto kümmerte. 

Mit größeren Reparaturen hatte ich tatsächlich nicht gerechnet, doch ich wurde eines besseren belehrt; die Mängelliste war lang:

- Bremsscheibe und Bremsbeläge vorne
- Traggelenk rechts und links 
- Spurstangenkopf rechts und links
- Achsmanschette rechts
- Koppelstangen rechts und links 
- Anlasser lief nach und musste getauscht werden
- neue Reifen waren auch mal wieder fällig 

In der Werkstatt wurde mir mitgeteilt, dass alles zusammen inkl. Hauptuntersuchung, also das Rundumsorglospaket, um die 1200€ kosten würde. 
Dazu sei gesagt, dass es sich bei meinem Auto um einen VW Polo 9N handelt. Es ist immernoch mein erstes Auto, dass ich mir 2014, nach meinem Führerschein gekauft hatte und das inzwischen 20 Jahre alt ist. Mittlerweile fahre ich mein Auto also schon 8 Jahre lang und habe entsprechend viel mit meinem Baby erlebt. Ich habe viele schöne Erinnerungen an mein Auto, sodass es mir schwer fällt, mir vorzustellen, mich von ihm zu trennen. 

Auf der anderen Seite musste ich natürlich abwägen, ob es rational und vernünftig sei, so viel Geld in mein Auto zu stecken. Dass ich mein Auto nicht in einer Werkstatt reparieren lassen würde, stand für mich schnell fest. Glücklicherweise konnte ich einen Bekannten um Hilfe bitten, der sämtliche Reparaturen selbst ausführen konnte. 

Die Ersatzteile besorgte ich auch selbst bei einem Teilehändler. Insgesamt kostete mich alles inklusive Hauptuntersuchung am Ende 650€. Eine deutliche Ersparnis gegenüber einer Werkstatt. Zudem war die „Investition“ auch rational vertretbar. Mein Auto hat mit 90.000km noch vergleichsweise wenig Kilometer gelaufen. Entsprechend kann ich es noch einige Zeit weiter nutzen. Zudem läuft er technisch einwandfrei und fährt sich sehr gut. Hinzukommt, dass ich für 650€ kein vergleichbares anderes Fahrzeug bekommen hätte. Und natürlich freu ich mich mein Baby weiter behalten und fahren zu können 😄

Doch kommen wir nun zum Thema Notgroschen. Bei meinem geringen Einkommen als Referendar hätte ich die Reparaturen nicht mal eben so bewältigen können. Niemals niemals niemals hätte ich auch nur einen Teil meiner Aktien verkauft. Zu keiner Sekunde habe ich daran gedacht. Da half mir nun mein Notgroschen, dank dem ich mir keine Sorgen machen musste, wie ich die Kosten bewältige. Es gibt ein unglaublich beruhigendes Gefühl von Sicherheit und Sorglosigkeit, wenn man weiß, dass man in potentiellen finanziellen Krisensituationen abgesichert ist. 

 

Jetzt heißt es für mich, meinen Notgroschen wieder zu alter Größe aufzubauen. Daneben werden meine Sparpläne natürlich wie gewohnt weiter ausgeführt.

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