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Krieg in Europa: So reagiert mein Depot

Was derzeit im Osten Europas passiert ist unbeschreiblich. Es ist eine wahre Tragödie und mir fehlen wahrhaft die Worte. Das, was niemand in der heutigen Zeit mehr für möglich gehalten hat, ist eingetreten: Es herrscht Krieg in Europa. 

Russland hat die Ukraine angegriffen. Seit nunmehr zwei Wochen durchleben die Menschen in der Ukraine unvorstellbare Gräueltaten.
Umso bemerkenswerter ist es, wie geeint Europa in diesen Tagen zusammensteht und wie die Ukraine sich zur Wehr setzt. Die Sanktionen, die Russland treffen, sind die schwersten Sanktionen, die je einem Land auferlegt wurden.

Natürlich hat der Krieg auch Auswirkungen auf die Börse. Nachdem die Kurse zunächst deutlich einbrachen, erholten sie sich kurzfristig wieder. Verbunden mit einer drohenden Energiekrise ging es für den DAX zuletzt sogar deutlich abwärts unter 13.000 Punkte. Der DAX war offiziell im Bärenmarkt. Hiervon konnte er sich mittlerweile wieder erholen. Doch natürlich weiß niemand, wie es weitergehen wird.

In diesem Beitrag möchte ich auf die Verlierer und Profiteure der kriegerischen Auseinandersetzung in meinem Depot eingehen. 

 

Zu den Verlierern in meinem Depot gehören zunächst meine chinesischen Aktien Alibaba und Tencent. Die beiden Werte waren aufgrund der politischen Regulierungen bereits vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine unter Druck. Doch mit dem Überfall Russlands ging es mit den chinesischen Aktien noch einmal deutlich runter. Der Grund dafür sind die Parallelen zwischen Russland und China. So wird bereits seit längerem spekuliert, ob bzw. wann China ähnliche militärische Schritte einleiten wird bezüglich Taiwan. Seit Jahrzehnten fürchtet Taiwan einen chinesischen Angriff. 

 

Die harten Sanktionen gegenüber Russland, die bislang noch gegenüber keinem anderen Land erlassen wurden, könnten bei einem Angriff Chinas gegen Taiwan, genauso gegenüber China erlassen werden. Zur Erinnerung: Die Kreditwürdigkeit Russlands wurde auf Ramschniveau herabgestuft, was einen erschwerten Zugang zu den Kapitalmärkten bedeutet.

Hinzukommt, dass viele der Unternehmen in meinem Depot mittlerweile ihre Geschäfte in Russland eingestellt haben. So haben Apple, Starbucks und McDonalds ihre Stores in Russland geschlossen. Natürlich sanken auch die Kurse dieser Unternehmen, jedoch nicht ansatzweise so stark wie Tencent und Alibaba. 

 

Kommen wir nun aber zu den Profiteuren in meinem Depot.

 

Einer der großen Profiteure ist aktuell Royal Dutch Shell. Der Grund ist der in den letzten zwei Wochen rasant angestiegene Ölpreis. Einen Ölpreis von über 100 $ gab es zuletzt vor acht Jahren. Wir alle spüren und sehen es aktuell Tag für Tag an der Zapfsäule. Die Benzinpreise sind aktuell jenseits von gut und böse. Noch nie dagewesene 2,32 € für den Liter Super E10 sah ich heute auf dem Weg zur Arbeit. Während unser Portemonnaie dieser Tage beim Tanken wahrhaftig blutet, verdient Shell sich eine goldene Nase. Das Unternehmen verdient sich aktuell dumm und dämlich. Hiervon kann das Unternehmen enorm profitieren, strebt es doch eine Reduzierung seiner Verschuldung sowie eine grüne Transformation an. Das dafür nötige Cash kann das Unternehmen aktuell gut gewinnen.

 

Ein weiterer Profiteur in meinem Depot ist ebenfalls ein Old-Economy Unternehmen. Es handelt sich um das Tabakunternehmen Altria. In unsicheren Zeiten, in denen es stürmisch an der Börse wird, suchen Anleger sichere Geschäftsmodelle mit starken wiederkehrenden Cashflows. Das Geld wird aus spekulativen umprofitablen Unternehmen abgezogen und in vermeintlich langweiligen Aktien geparkt.

 

Mir selbst machen die Auswirkungen in meinem Depot nichts aus. Ehrlich gesagt schaue ich aktuell auch vergleichsweise wenig in meine Depots. Jedoch sind die Auswirkungen für mich persönlich auch noch nicht wirklich groß. Es zeigt sich mal wieder, wie hilfreich eine breite Diversifizierung sein kann.

 

 

Welche Aktien verlieren und profitieren aktuell bei dir?

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