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Bayer-Aktie im Aufwind - Bester Dax-Performer 2022

Seit der Monsanto-Übernahme im Juni 2018 ging es für das einstige DAX-Schwergewicht Bayer rapide bergab. Der Vorstand hat sich mit der Übernahme wortwörtlich übernommen zum damaligen Zeitpunkt.
Das Unternehmen erhoffte sich durch die Übernahme eine führende Rolle im Bereich der Gentechnologie in der Landwirtschaft zu spielen. Der Gedanke ist auch durchaus nachvollziehbar und für die Realisierung dieses Ziels wäre Monsanto durchaus geeignet.
Problematisch war jedoch zum einen der enorme Preis, den Bayer gezahlt hatte. Satte 63 Milliarden US-Dollar legte das Leverkusener Unternehmen für den amerikanischen Saatgut-Konzern im Jahre 2016 auf den Tisch. Zum anderen waren mit dem Kauf von Monsanto das über dem Unternehmen schwebende Damoklesschwert der Glyphosat-Prozesse verbunden.

Glyphosat ist ein Pflanzenschutzmittelwirkstoff, der in der Landwirtschaft zur Bekämpfung von Unkraut eingesetzt wird. In den USA sind eine Vielzahl von Klagen gegen Monsanto und damit seit der Übernahme gegen Bayer anhängig, in denen es um eine Verursachung von Krebs beim Einsatz von Monsanto Glyphosat-Produkt "Roundup" geht.  

Seitens des früheren Vorstandes, der nun nicht mehr im Amt ist, wurden diese Risiken als nicht so gewichtig angesehen. In der Folge ging es seit der Übernahme mit dem Kurs von Bayer immer weiter gen Süden. 

Performancetechnisch fiel der Kurs von über 100€ vor der Übernahme auf zwischenzeitlich fast 40€. Der Wert des Unternehmens halbierte sich folglich und sank noch weiter. Grund hierfür waren lange Zeit die Unsicherheiten bezüglich der Schadensersatzklagen, die gegen Bayer liefen. Ungewiss war, wie hoch die Forderungen ausfallen würden, die Bayer zu begleichen habe. Und wenn eines gewiss ist, dann dass die Börse Unsicherheiten und Unabwägbarkeiten so gar nicht leiden kann und dies entsprechend deutlich abstraft. 

Ich selbst bin seit November 2018 bei Bayer investiert. Zum damaligen Zeitpunkt habe ich mir zu einem Kurs von 69,94€ insgesamt 10 Aktien ins Depot gelegt. Persönlich dachte ich zum damaligen Zeitpunkt, dass zwar ein gewisses Risiko aufgrund der Gerichtsprozesse bestehe, auf der anderen Seite diese sich aber auch aufklären und ein Ende finden würden. Bereits bei meinem Kauf war ich entschlossen und bereit diese Zeit auszusitzen.

Die Zeit der Prozesse zog sich dann auch über weitere Jahre hinweg. Noch immer sind nicht sämtliche Prozesse abgeschlossen. Mit dem Kurs ging es seit meinem Kauf weiter abwärts. Gleichzeitig wurde die Dividende von 2,80€, die ich im ersten Jahr meiner Investition noch erhalten hatte, auf 2,00€ je Aktie gekürzt. Der Unmut der Aktionäre nahm immer mehr zu, dem sie auf der Hauptversammlung Ausdruck verliehen.

Ich muss dazu sagen, dass ich zu keinem Zeitpunkt an einen Verkauf von Bayer gedacht habe. Das Gegenteil war der Fall, sodass ich anderthalb Jahre später, im September 2020 weitere Aktien von Bayer nachkaufte. Zu einem Kurs von 54,00€ habe ich weitere 6 Aktien in mein Depot gelegt, sodass sich insgesamt 16 Aktien in meinem Depot befinden.  

Seit Jahresbeginn ist Bayer nun der Top-Performer im DAX. Stand der Kurs zu Jahresbeginn noch bei 47,00€, konnte er bis heute auf über 65,00€ steigen. Das ist ein unglaublicher Anstieg von 39% innerhalb von vier Monaten und macht Bayer zum bislang besten Performer im Dax im Jahr 2022. Grund für den enormen Anstieg der Aktie seit Jahresbeginn ist zum einen das niedrige Kursniveau verbunden mit dem mittlerweile überschaubaren Risiko der Schadensersatzprozesse. Es zeichnen sich immer mehr Prozessbeendigungen ab. Zudem hat Bayer über die Jahre Milliarden zur Seite gelegt, um mögliche Forderungen zu begleichen.

 

Doch damit nicht genug, beflügelt die Phantasie eines neuen Blockbusterpräparates den Kurs des Unternehmens. So zeigen sich Ergebnisse bei der Entwicklung seines neuen Blutgerinnungshemmers Asundexian.So wies eine Phase IIb-Studie bei Patienten mit Vorhofflimmern und Schlaganfallrisiko ein geringeres Blutungsrisiko als das Standardmedikament Abixaban auf.

 

Ich bin gespannt, wie sich Bayer weiterhin entwicklen wird und traue dem Unternehmen eine Menge zu, nachdem endlich die schier endlosen Glyphosatprozesse bald hoffentlich ein Ende nehmen.

 

Bayer hat es sich zum Ziel gemacht, die Weltbevölkerung in Zukunft zu ernähren. Dies kann nur durch Gentechnologie in der Landwirtschaft erfolgen. In dem Bereich ist Bayer mit Monsanto bestens aufgestellt, so dass der teure Einkauf sich in Zukunft endlich auszahlen könnte. 

Bestärkt wird die Hoffnung in Bayer in die Gentechnologie im Bereich der Landwirtschaft durch den Russland-Ukraine Konflikt, der aufzeigt, wie abhängig wir beispielsweise im Bereich Weizen und Getreide sind.

 

 

 

Was denkt ihr über die Zukunft von Bayer?

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