· 

Die Tech-Giganten haben ihre Quartalszahlen vorgelegt

In dieser Woche haben unter anderem die Big-Tech Unternehmen ihre Quartalszahlen vorgelegt. Waren es doch Unternehmen wie Apple, Microsoft, Amazon und Co., die in den letzten Monaten gerade in Zeiten der Unsicherheit, als sicherer Hafen und Anker angesehen wurden. Während viele Unternehmen immer wieder Umsatz- und Gewinneinbußen vermelden mussten, konnten die Big-Tech-Unternehmen in der Vergangenheit ihre Ergebnisse nicht nur von Quartal zu Quartal steigern, sondern übertrafen darüber hinaus die Erwartungen teilweise mehr als deutlich. Schnell bekamen diese großen Technologie-Unternehmen den Ruf der unzerstörbaren, durch jede Krise kommenden Unternehmen.

Da mag es nicht verwundern, dass die aktuellen Quartalszahlen dieser Unternehmen mehr als erwartetet wurden. So kann die Börse in Zeiten zahlreicher Krisen ganz gleich welcher Art, gute Nachrichten doch mehr als gebrauchen. Bisher konnten die Unternehmen diese guten Nachrichten liefern und die Märkte so stabilisieren.

Werfen wir nun also einen Blick auf die vorgelegten Zahlen der Unternehmen

Alphabet

Beginne wir mit dem Mutterkonzern von Google. Alphabet fiel nach Veröffentlichung seiner Quartalszahlen um mehr als 6%. 

Ausweislich des Unternehmens stiegen die Umsätze um 20% auf 56 Milliarden US-Dollar. Damit hat Alphabet die Erwartungen knapp verfehlt. Konnte das Unternehmen zuletzt die Erwartungen immer wieder deutlich schlagen, wirkte sich das verfehlte Ziel nun spürbar auf den Kurs aus. 

 

Zum Vergleich: Im Vergleichsquartal des Vorjahres konnten die Umsätze noch um 32% gesteigert werden. 

Der Grund für das schwächere Wachstum ist ein nachlassendes Geschäft bei den Werbeumsätzen. So waren die Unternehmen weltweit in Summe weniger bereit, Geld für Werbung auszugeben. Die Gründe hierfür sind zahlreich. Der andauernde Krieg in der Ukraine, steigende Kosten, die sich auf die Unternehmen auswirken, etc.. 

 

So lag beispielsweise der Umsatz der Videoplattform YouTube, die ebenfalls zu Alphabet gehört, bei "nur" 6,9 Milliarden US-Dollar, nachdem 7,4 Milliarden US-Dollar erwartet wurden. 

 

Alphabet selbst kündigte darüber hinaus ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 70 Milliarden Dollar an, doch auch das konnte den Kurs nicht wesentlich beeinflussen. 

Die vorgelegten Zahlen von Alphabet waren keinesfalls schlecht, zeigen anhand der Reaktionen jedoch, wie hoch die Erwartungen an das Unternehmen sind. 

Microsoft

Besser lief es da für Microsoft. So stieg der Kurs der Aktien nach Veröffentlichung der Geschäftszahlen um über 4%.

Das Unternehmen konnte seine Umsätze um 18% auf nunmehr mehr als 49 Milliarden Dollar steigern. Noch besser fiel die Steigerung des Gewinns mit 19% aus. So erwirtschaftete Microsoft mehr als 20 Milliarden Dollar Gewinn.

 

Großer Wachstumstreiber des Unternehmens war und ist weiterhin das Cloudgeschäft. So konnte dieses zuletzt um 49% zulegen, was insbesondere auf die Azure-Plattform zurückzuführen ist, die anderen Firmen IT-Dienste und Speicherplatz im Netz zur Verfügung stellt. 

Auch das Karriereportal Linkedin, das ebenfalls zu Microsoft gehört, konnte seine Umsätze um über 30% steigern. 

 

Vielmehr gibt es zu Microsoft nicht zu sagen. Das Unternehmen liefert eine tolle Arbeit und wächst trotz seiner bereits erreichten Größe, weiterhin beachtlich.

Meta

Für Meta, ehemals Facebook, lief es in den letzten Monaten gar nicht gut. Der Kurs rauschte deutlich ab und die Aussichten sahen nicht rosig für das Unternehmen aus. 

Auch die aktuellen Quartalszahlen konnten nicht an die vergangenen Glanzzeiten herankommen, nicht einmal ansatzweise. 

 

So stieg der Umsatz zwar um 7% auf 27,9 Milliarden Dollar, noch zu Zeiten der Hochphase der Corona-Pandemie fiel dieses deutlich stärker aus. Grund für das schwächere Wachstum sind unter anderem ebenso wie bei Alphabet die schwächeren Werbebudgets der Kunden. Für Werbung wird aktuell deutlich weniger Geld ausgegeben, als noch vor einigen Monaten. 

Darüber hinaus machen Apples neue Datenschutz-Regeln Meta zu schaffen. Mit Einführung der App Tracking Transparency seitens Apple, müssen Nutzerinnen und Nutzer zunächst gefragt werden, ob sie über Apps hinweg verfolgt werden wollen. Dem sei bei vielen Nutzern nicht, sodass die Datenkrake Meta deutlich weniger Daten zur Verfügung stehen.

 

Der Gewinn des Unternehmens brach sogar um über 20% auf 7,47 Milliarden Dollar ein. Als Grund hierfür führte Meta unter anderem hohe Ausgaben für neue Mitarbeiter und Investitionen in Produkte an. 

 

Umso verwunderlicher mag es erscheinen, dass der Kurs der Aktie nicht einbrach, sondern sogar um bis zu 15% anstieg!

Der Grund dafür ist zum einen der bereits starke Kurssturz in den Wochen zuvor sowie der Tatsache, dass mit noch schlechteren Quartalszahlen gerechnet wurde. 

Zudem war positiv zu verzeichnen, dass die Zahl der täglich aktiven Nutzer mit 1,96 Milliarden um 4% gestiegen ist und damit die Erwartungen übertreffen konnte. Die Vorstellung, dass jeder vierte Mensch auf der Erde täglich einen der Dienste wie WhatsApp, Facebook oder Instagram nutzt, ist wirklich beeindruckend. 

Apple

Die von Apple vorgelegten Quartalszahlen sind in Anbetracht des aktuellen Marktumfeldes mehr als solide. Natürlich wirkt sich der Corona-Ausbruch in China und der damit einhergehende Lockdown in zahlreichen Großstädten ebenso bemerkbar, wie der Krieg in der Ukraine. Apple setzte in Folge des Krieges die Verkäufe seiner Produkte in Russland aus. 

 

Umso beeindruckender ist, dass der Umsatz dennoch um 9% gesteigert werden konnte. Insgesamt kommt Apple im ersten Quartal auf einen Umsatz von über 97 Milliarden Dollar. Erwähnt sei jedoch, dass es das erste Quartal seit September 2020 war, in dem Apple nicht zweistellig wuchs.

Der Gewinn konnte um 5,8% auf insgesamt 25 Milliarden Dollar gesteigert werden und damit die Erwartungen übertreffen.

 

Zugpferd Nummer Eins des Unternehmens ist und bleibt das iPhone. So konnten die Umsätze mit Apples Verkaufsschlager um 5,4% gesteigert werden. Damit trug das iPhone zu mehr als der Hälfte des Gesamtumsatzes bei. 

Nach Veröffentlichung der Quartalszahlen stieg der Kurs der Aktie um 4-5%, ehe einige Investoren Gewinne mitnahmen.

Amazon

Zuletzt werfen wir einen Blick auf die Quartalszahlen von Amazon. Das Unternehmen war einer DER großen Profiteure der Corona-Pandemie. Der Einzelhandel war geschlossen, die Menschen aber dennoch in Kauflaune, schließlich musste das Geld irgendwie ausgegeben werden. Entsprechend stark fielen auch die letzten Quartale bei Amazon aus. Jedoch war auch klar, dass mit Beendigung der starken Beschränkungen des Einzelhandels, auch die unglaublichen Ergebnisse bei Amazon nachlassen würden. 

 

Die aktuellen Zahlen von Amazon fielen schlecht aus. Der Kurs gab um 10% nach. Insgesamt wurden so beinahe 150 Milliarden Dollar an Börsenwert vernichtet. 

Der Gewinn pro Aktie lag bei 7,56 Dollar, erwartet wurden 8,37 Dollar. Damit wurden die Erwartungen deutlich verfehlt. Zum Vergleich: Im Vorjahresquartal lag der Gewinn pro Aktie noch bei über 15 Dollar je Aktie, natürlich begünstigt durch die Pandemie und nicht belastet durch die aktuelle Inflation.

 

Auch der Umsatz konnte nur um 7% gesteigert werden und lag damit ebenfalls unter den Erwatungen von 7,4%. Damit war es das schwächste Wachstum des Unternehmens seit mehr als 20 Jahren!

 

Gewinntreiber und Lichtblick bei Amazon war hingegen wie auch schon bei Microsoft das Cloud-Computing Geschäft. So konnte der Umsatz bei Amazon Web Service von 13,5 Milliarden Dollar im Vorjahr auf 18,4 Milliarden Dollar gesteigert werden. Der Betriebsgewinn von AWS lag bei 6,5 Milliarden Dollar.

 

Fazit

Die aktuellen Quartalszahlen zeigen gut, wie schwierig die aktuelle Zeit auch für herausragende Unternehmen wie Amazon oder Alphabet ist. Mehrere Belastungsfaktoren machen auch diesen Unternehmen zu schaffen. Dennoch bin ich fest davon überzeugt, dass diese Unternehmen auch in Zukunft weiterhin wachsen und hervorragende Ergebnisse erzielen werden. Ich persönlich investiere nicht von Quartal zu Quartal, sondern auf Sicht von Jahrzehnten. Dabei fühle ich mich mit diesen Unternehmen gut aufgehoben.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0