· 

Es wird einfach nicht ruhig um Wirecard

Quelle: rnd.de
Quelle: rnd.de

Der Skandal um Wirecard sorgte für den größten Bilanzskandal der deutschen Geschichte. Das Unternehmen spielte groß auf, legte tolle Zahlen vor und führte alle an der Nase herum. So wurden insgesamt 1,9 Milliarden Euro auf philippinischen Konten angegeben, die nie vorhanden waren. 
Über Jahre hinweg schliefen die deutschen Behörden und ließen das Unternehmen gewähren, allen voran BaFin.  Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, die sowohl Banken als auch Finanzdienstleister sowie den Wertpapierhandel beaufsichtigt, hegte keinerlei Verdacht gegen Wirecard.
Selbst als die Töne nach einem Betrug immer lauter wurden - Anfang 2019 äußerte die Financial Times erstmals Vorwürfe hinsichtlich der Bilanzierung von Wirecard -  stand die BaFin dem Betrügerhaufen bei und untersagte das shortsellen der Aktie. 

Das kann man sich wirklich nicht ausdenken. Die Betrüger erhielten tatsächlich noch staatliche Rückendeckung.

Nachdem schließlich das Testat seitens Ernst&Young verweigert und der Prüfbericht veröffentlich wurde, entwickelte sich die Geschichte zu einem wahren Krimi. Das Unternehmen meldete Insolvenz an, der Ex-Ceo Markus Braun wurde festgenommen und der Ex-Vorstand Jan Marsalek, der für das Tagesgeschäft verantwortlich war, flüchtete und wird noch immer per internationalem Haftbefehl gesucht. 

Ich selbst bin mit meinen 10 Aktien ebenfalls Opfer des Betrugs, habe dieses Investment jedoch bereits unter meinen Fehlern abgebucht und meine Lehren draus gezogen. Noch immer befinden sich die Aktien als Mahnmal in meinem Depot. Der Kurs liegt aktuell bei 0,05€. Gekauft hatte ich sie damals zu 99,00€.

So wie ich, denke ich haben die meisten Aktionäre, die dem Betrug zum Opfer gefallen sind, mit ihrem Investment und dem einhergehenden Verlust abgeschlossen. Doch es kehrt einfach keine Ruhe in der Sache Wirecard ein. Die Akte Wirecard beschäftigte selbstverständlich auch die Gerichte. 

 

In einem Zivilverfahren vor dem Landgericht München erklärte dieses nun die Bilanzen des Konzerns für die Jahre 2017 und 2018 nachträglich für nichtig. Darüber hinaus erklärte es auch die Dividendenbeschlüsse der jeweiligen Hauptversammlungen für nichtig.

Das bedeutet, dass der Insolvenzverwalter, der sich um Wirecard kümmert, die Dividenden für die Jahre 2017 und 2018 von den Aktionären zurückfordern könnte. In Summe wäre das rund 47 Millionen Euro.

Wirecard war niemals ein Unternehmen mit einer hohen Dividendenrendite, sodass für die meisten Anleger diese Rückforderung nicht sonderlich hoch ausfallen dürfte. Darüber hinaus kann ich mir auch nicht vorstellen, dass Kleinstbeträge von jedem einzelnen Aktionär zurückgefordert werden. 

 

Ich selbst erhielt meine ersten und einzigen Dividenden erst im Jahre 2019, sodass ich von dieser Rückforderung nicht betroffen wäre. Die Rückforderung der damaligen Ausschüttung in Höhe von 0,20€ pro Aktie würde ich allerdings gerade noch so verkraften.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0